Alberta

Alberta

Alberta gilt als eine der vielfältigsten Regionen Kanadas. Von der Höhe der Rocky Mountains, der Weite der Prärie, der Vielzahl der Seen bis zur Unermesslichkeit der Wälder bietet die Provinz eine unglaubliche Fülle und Abwechslung. Der traveller stellt einige der Highlights vor. Fast acht Mal so groß wie Österreich, aber nur rund vier Millionen Einwohner – das ist Alberta, gelegen im kanadischen Westen. Hier entdeckt man die Kultur der First Nations, erlebt pulsierende Szeneviertel in der Weltstadt Calgary oder erkundet unberührte Natur. In den fünf Nationalparks und fast 70 Provinzparks ist nur naturnaher Tourismus erlaubt. Und so entdeckt man mit etwas Glück Dickhornschafe, Bergziegen, Elche, Bären, Bisons und sogar die selten gewordenen Waldkaribus.


Prähistorisch

Zu den bemerkenswertesten Parks in Alberta zählt der Dinosaur Provincial Park in den Canadian Badlands, denn hier liegt eine der weltweit größten Fundstellen von Dinosaurierknochen. Der Park gehört daher seit 1979 auch zum ¬UNESCO-Welterbe. Besucher haben hier die Gelegenheit, mit einem echten Paläontologen prähistorische Fossilien freizulegen. Bei einer Tagesexkursion arbeiten die Hobby-Forscher Hand in Hand mit Wissenschaftlern in einer richtigen Grube, um ihnen bei der Ausgrabung echter Dinosaurier¬überreste zu assistieren. Die Fundstücke werden dann dem Royal Tyrrell Museum in Drumheller, dem größten Museum weltweit zum Thema Paläontologie, zu Forschungszwecken zur Verfügung gestellt. Fossilien kann man von Gestein übrigens sehr einfach mittels des „Spucktests“ unterscheiden. Einfach den Zeigefinger anlecken und eine Minute lang auf das Fundstück drücken. Bleibt der Finger „kleben“, handelt es sich um ein Fossil. Die Poren in den Knochen saugen sich nämlich am Finger fest.


Felszeichnungen

Der Writing-on-Stone Provincial Park liegt ca. 40 Kilometer östlich des Ortes Milk River direkt am gleichnamigen Fluss, unweit der Grenze zu Montana. Das Schutzgebiet im äußersten Süden Albertas weist die größte Ansammlung an vorgeschichtlichen Felszeichnungen in den Great Plains auf und steht auf der Aufnahmeliste zum UNESCO-Welterbe. Auf turmhohen und pilzförmigen Sandsteinfelsen sind hier Tausende gemeißelte Petroglyphen und gezeichnete Piktogramme zu bewundern, die die Geschichte der Blackfoot- und Shoshone-Indianer dokumentieren. Experten schätzen, dass einige Werke bis zu 3.500 Jahre alt sind. Im Rahmen der geführten Touren, die von Mai bis September stattfinden, bekommt man hier einen Einblick in die prähistorische Felskunst der First Nations.


Camping de luxe

Das Campen gehört in Alberta zur Tradition und bedeutet Naturnähe und grenzenlose Freiheit. Dass es dabei auch ziemlich komfortabel zugehen kann, zeigt der Trend des Luxus-Campings. Im Banff National Park und im Elk Island National Park wird zwischen Mitte Mai und Anfang Oktober eine ziemlich luxuriösere Variante des Zeltens angeboten. Die sogenannten „oTENTiks“ am Two Jack Lake sowie am Astotin Lake sind eine Mischung aus Holzhütte und Zelt, die jeweils Platz für bis zu sechs Personen bieten. Zum Interieur gehören ein Doppelbett, zwei Queensize-Betten, ein Esstisch mit Stühlen sowie Stromanschlüsse. Im Freien gibt es eine Feuerstelle und die Veranda ist mit einem Grill ausgestattet.
Im Dinosaur Provincial Park ist mit dem Comfort Camping noch eine weitere Deluxe-Option verfügbar. Hobby-Paläontologen haben zwischen Mai und Oktober die Möglichkeit, nach einem ereignisreichen Tag der Feldforschung die Nacht in einem komfortablen Segeltuchzelt zu verbringen. Das Gleiche gilt für den Writing-on-Stone Provincial Park: Zwischen Juni und Oktober wird hier das Comfort Camping sowohl eingefleischte Camping-Fans als auch Neulinge begeistern. Der Platz liegt direkt am Milk River, wo Wandern im Flusstal und Schwimmen zu den beliebtesten Sommeraktivitäten zählen.


Aufsatteln

Was für München das Oktoberfest, ist für Calgary die Calgary Stampede. Vom 05. bis 14. Juli herrscht Ausnahmezustand in Albertas bevölkerungsreichster Stadt. Für zehn Tage erwacht der Mythos des Wilden Westens, wenn Calgary zum Schauplatz der „Greatest Outdoor Show on Earth“ wird. Das größte Freiluft-Rodeo der Welt lockt jedes Jahr Anfang Juli mehr als eine Million Zuschauer aus aller Herren Länder an. Neben Rodeo-Wettbewerben und Planwagenrennen stehen auch ein Jahrmarkt, Konzerte und Tanzveranstaltungen auf dem Programm.


Roadtrip

Der Icefields Parkway, der sich von Lake Louise bis Jasper durch das Herz der Kanadischen Rocky Mountains zieht, gilt als eine der schönsten Panoramastraßen der Welt. Entlang der Strecke liegen mehr als 100 uralte Gletscher, Wasserfälle, die sich über dramatische Felsen ergießen, und weite Täler mit türkisfarbenen Seen. Der Trip ist zwar nur rund 240 Kilometer lang, man sollte aber unbedingt trotzdem viel Zeit einplanen, um alle Highlights mitzunehmen und auch immer wieder für spektakuläre Fotos oder kurze Wanderungen anhalten zu können. Schon alleine der Ausgangspunkt des Roadtrips könnte kaum malerischer sein. In Lake Louise bringt die Seilbahn die Besucher zunächst auf mehr als 2.000 Meter Höhe, um dann den atemberaubenden Weitblick zu genießen. Aufregend ist die Vorstellung, dass hier – in den schier unendlich scheinenden Wäldern der Kanadischen Rockies – Grizzlybären unterwegs sind.
Wenn man dann erstmal „on the Road“ ist, wartet am Icefields Parkway ein Highlight nach dem anderen. Vorbei am Growfoot-Gletscher geht’s zunächst zum Pow Lake und zum Peyto Lake, die beide eine kanadische Postkarten-Idylle ausstrahlen. Nächster Stopp ist das Columbia Icefield. Vom Glacier Discovery Centre gelangt man mit dem Ice Explorer direkt auf den Athabasca Glacier, wo Besucher über das bis zu 360 Meter dicke Gletschereis laufen können. Der Glacier Skywalk wiederum ist eine Aussichtsplattform mit Glasboden, die in einer Höhe von 280 Metern über dem gletschergeformten Sunwapta Valley liegt und überwältigende Ausblicke über die funkelnden Gletscher und schroffen Berggipfel bietet. Schließlich führt die Route noch vorbei am Sunwapta und den Athabasca Wasserfällen, bevor man schließlich im zauberhaften Bergort Jasper ankommt, der von hoch aufragenden Gipfeln, grünlich schimmernden Seen und unberührter Wildnis umgeben ist.

Daniel Scherz


Information

Air Canada fliegt mehrmals täglich von Toronto (YYZ) und Montréal (YUL) nach Calgary (YYC), die Flugzeit betägt jeweils rd. vier Stunden;
www.aircanada.com/
Informationen zu den Nationalparks, Unterkünften, Restaurants uvm. unter
www.travelalberta.com/

Photocredits: Calgary Stampede, Alberta Parks, Brendan van Son, Travel Alberta _ Mike Seehagel, Parks Canada_Ryan Bray, Alex Strohl, Travel Alberta

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