Charlotte and her town

Charlotte and her town

Nach der rauen Gegend Neufundlands mit schroffen Klippen und dunklem Atlantikwasser - und einem weiteren „Tu-Nix-Tag“ (Logbuch Beitrag 10 lesen) - „betreten“ wir nun Prince Edward Island und damit den „Garten Kanadas“. Diese halbmondförmige Insel im St.-Lorenz-Golf, sieht mit ihren sanften Hügeln, grünen Weiden Flüssen und Seen und vor allem mit ihrer rostroten Sandstein-Küste nicht nur völlig anders als die Nachbarregion Neufundland aus, hier befindet sich auch der Geburtsort Kanadas. Wir sind in Charlottetown angekommen!

Logbuch Eintrag – 11

Ob die ersten Menschen, die Kanada irgendwann vor rund 12.000 Jahren als ihren „Wohnsitz“ wählten, schon von jenem Kontinent kamen, den wir heute als Europa kennen? Wohl kaum, aber wer weiß das schon so genau? Gescheiten Forschern zufolge war’s dann im 10. Jahrhundert soweit, als Isländer und Norweger per Boot nach Kanada übersetzten, mit Giovanni Caboto war’s letztlich aber ein Italiener, der anno 1497 an der Ostküste Kanadas anlandete, sich jedoch in China wähnte. Woran erinnert mich das jetzt? Bald folgten Briten und Franzosen, die, eine Nordwest-Verbindung des Atlantiks und Pazifiks suchend, „Neufrankreich“ bzw. „Neuengland“ rund um den St.-Lorenz-Strom gründeten und diese Regionen jeweils für sich beanspruchten. Was passierte, ist bekannt, doch vergessen wir an dieser Stelle die traurigen Details dieser Geschichte, wie Krankheiten und Seuchen, die die einheimische Bevölkerung dahinraffte und auch die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Briten und Franzosen, der „ewigen“ Feinde. Denn mit der „Dominion of Canada“, der Vereinigung von Nova Scotia und New Brunswick, war 1867 das Geburtsjahr von Kanada, so wie wir es heute – mit den sich später anschließenden Bundesstaaten Columbia, Saskatchewan, Alberta, Manitoba und eben Neufundland und Prince Edward Island, kennen. Und damit bin ich jetzt genau dort, wo alles begann, in Charlottetown nämlich.

Mein Puppenhaus

Ich mag Orte, an denen man Geschichte fühlt, riecht und schmeckt. Charlottetown ist so ein Ort, man wähnt sich beim Bummeln durchs historische nahezu unveränderte Zentrum in längst vergangene Tage versetzt und wartet eigentlich nur darauf, dass sich die Türen der alten viktorianischen Herrschafts- und bunten Fachwerkhäuser öffnen, und die feinen Damen in Spitze, Tüll und Krinoline, hochgeschlossene bis zum Hals, mit Spitzenhäubchen und ebenso behandschuht, zum Tee bitten. Während die feinen Herren, die steif wie die Stehkrägen ihrer Hemden in ihren langen dunklen Gehröcken stecken und ihren Geschäften nachgehen, oder so … Im Province House, dem Geburtsort Kanadas, befindet sich heute der Parlamentssitz der Provinz Prince Edward Island, Männer im Cutaway – dem aus dem alten englischen Gehrock weiterentwickelten formellen Kleidungsstück für Herren – sind mir hier zwar nicht begegnet, alle waren ziemlich leger und locker gekleidet, obwohl, gewundert hätte es mich nicht, wenn derart gekleidete feine Herren diesem alten Sandsteingebäude entschlüpft wären. Charlottetown scheint ein Überbleibsel aus dieser Zeit zu sein, und dass Lucy Maud Montgomery eben genau hier ihre weltberühmt gewordene Romanfigur „Anne of Green Gables“ aufwachsen lies, passt perfekt ins und zum Bild dieser lieblichen „Puppenhausstadt“. Das im viktorianischen Stil erbaute „Green Gables House“ am Highway 6, westlich von Cavendish, in dem L.M. Montgomery das kleine sommersprossige, rothaarige Waisenmädchen Anne aufwachsen ließ, zählt natürlich zu den absoluten Must sees von Charlottetown – nicht nur unter den vielen weltweit eigens angereisten Anne-Fans. Natürlich war auch ich da, Anne leider gerade nicht, dafür kann man „sie“ aber Jahr für Jahr im überaus erfolgreichen Musical „Anne & Gilbert“, das auf den Romanen basiert, auf der Bühne sehen.

Mein Taxi zum Hummer

Nein, Charlottetown ist kein Museumsdorf, die Stadt mit dem Namen einer Prinzessin – der Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz – ist eine lebendig und durchaus auch moderne Kleinstadt. Zwar werden Sie keine der traditionellen Fastfood-Buden, zumindest nicht im Stadtzentrum, finden, jedoch viele flippige Stores und in der Cow’s Creamery auch das beste Eis Kanadas. Es muss wirklich gut sein, denn die Anstehschlange war bei meinem Besuch eine sehr lange. Ich musste auf’s Kosten dann leider verzichten, sonst wär mir nämlich Mein Schiff davongefahren und bis Sydney, der nächsten Station zu schwimmen? Nein, das wollte ich dann doch nicht!
Ein Tag ist viel zu kurz für diese aus der Zeit gesprungene kleinste Provinzhauptstadt Kanadas, mit netten Menschen und den freundlichsten Taxifahrern überhaupt. Oder sind Sie schon mal von einem Taxifahrer durch Ihre Stadt chauffiert worden, der, weil die Apotheke am Weg liegt, dort kurz Halt macht, um für seine kranke Tochter ein Medikament zu holen. Dabei sein „Arbeitsmittel“, das Auto laufen, also den Schlüssel stecken lässt, mich dann zu meinem Wunschziel mit ausreichend Zeit für meine Erledigungen weiterfährt, mich dort wieder abholt und mir auf der Retourfahrt ins Zentrum die Hotspots und Highlights seiner Stadt zeigt und erklärt? Zu einem Preis, der bei uns zu Hause gerade einmal die Anfahrtszeit abdeckt. Er hat mir dann auch noch gesagt, wo man gut essen kann. Hummer nämlich, an dem sollte man hier nämlich auch nicht vorbei. Bin ich nicht und hab’s dann, weil’s gar so gut schmeckt, gleich zweimal getan …

Wichtige Informationen

Merchantman Fresh Seafood & Oyster Bar – Das war unsere Mittagsstation
Fisherman’s Wharf – Hier gabs den zweiten Hummer
Cow’s Creamery – Eis Eis Eis Eis
Anne of Green Gables – Musical – Nur von Mai bis September
Tourism Prince Edward Island – Ein paar touristische Informationen

Auf Instagram posten wir täglich Eindrücke dieser Reise, welche mit der DxO ONE, einer perfekten TRAVELBRUNO Kamera, aufgenommen werden. Aber auch auf Facebook bist Du live dabei, wenn TUI Cruises erstmals in die USA geht.

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