Das Great Barrier Reef

Das Great Barrier Reef

Vor der Küste von Queensland, im Nordosten Australiens, erstreckt sich über eine Länge von 2.300 Kilometer das größte Korallenriff der Erde. Ein Ort paradiesischer Schönheit, mit einer bunten Unterwasserwelt und schneeweißen Bilderbuchstränden.

Kann ein Sandstrand wirklich so strahlend weiß sein, dass er blendet? Gibt es eine Steigerung von Türkis, um dieses Meer zu beschreiben? Und schwimmen da wirklich gerade zwei riesige Meeresschildkröten so nahe an mir vorbei, dass ich sie streicheln kann? Man glaubt es manchmal selbst nicht, wenn man sich plötzlich fühlt wie in einem wahrgewordenen Urlaubstraum am anderen Ende der Welt. Aber hier am Great Barrier Reef, vor der Küste von Queensland im Nordosten Australiens, werden Ansichtskartenmotive tatsächlich zu gelebter Realität.

Lebenstraum

Für viele Reisende gehört es zu den ganz großen Lebensträumen – einmal im Leben nach Australien, einmal im Leben ans Great Barrier Reef. Dieses faszinierende Naturwunder wurde bereits vor mehr als 35 Jahren von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Es besteht aus über 2.900 Einzelriffen, mehr als 1.000 Inseln und unzähligen Sandbänken – auf einer Gesamtfläche von rund 350.000 km². Damit ist das größte Korallenriff der Erde rund vier Mal so groß wie Österreich! Am südlichsten Punkt des Riffs liegt die Mini-Insel „Lady Elliot“ – und genau hier beginnt auch unsere Reise.

Schwimmen mit Schildkröten

Nur mit dem Kleinflugzeug erreicht man Lady Elliot Island, und die Anreise alleine ist schon ein Highlight. Denn aus der Luft wirkt die nur 40 Hektar große Insel, die eigentlich ein bewachsenes Korallenatoll ist, besonders beeindruckend. Sie ist gerade mal groß genug für eine Gras-Landebahn, damit unsere Propellermaschine aufsetzen und uns für einige Nächte zurücklassen kann. Nur ein einziges Hotel befindet sich hier, somit ist die Insel auch nie mit Touristen überlaufen. Und so muss es auch sein, denn dieses Plätzchen gehört eigentlich den Tieren. An Land nisten Jahr für Jahr zehntausende Seevögel, und im Wasser tummeln sich Meeresschildkröten, harmlose Riff-Haie, die gigantischen Mantarochen und unzählige bunte Fische – vor der Kulisse der riesigen Korallengärten. Nicht umsonst gilt die Insel als bester Schnorchel- und Tauchplatz am gesamten südlichen Great Barrier Reef. Sie ist sogar so außergewöhnlich, dass hier mehrere Forschungsprojekte laufen. Wissenschaftler beobachten auf Lady Elliot Island unter anderem die Wasserschildkröten, die hier im November zur Eiablage an den Strand kommen.

Abstecher ins „Paradies“

Noch etwas südlicher, ebenfalls vor der Küste von Queensland, liegt wortwörtlich das Paradies. „K´Gari“ – so wird Fraser Island von den Aborigines genannt, was übersetzt so viel wie Paradies bedeutet. Und man muss ihnen Recht geben! Fraser ist die größte Sandinsel der Welt, 120 km lang und 15 km breit. Was es auf dieser Insel alles zu entdecken gibt, ist wahrhaft paradiesisch. Die Süßwasserseen: so klar, dass man durch den schneeweißen Sand am Grund regelrecht geblendet wird. Der Regenwald: üppig grün, durchzogen von kristallklaren Bächen und der einzige weltweit auf losem Sandboden. Der Sandstrand: so breit, dass er als offizielle Straße von Allradautos benützt werden darf. Dazu kommen auf Fraser Island noch riesige, bis zu 200 Meter hohe Sanddünen an Land, sowie das rege Treiben unter Wasser. Vor der Küste lassen sich Seekühe, Delfine, Mantarochen und Buckelwale beobachten.

Rostiges Schiffswrack

Asphaltierte Straßen gibt’s auf Fraser übrigens nicht – die Verbindungswege sind einspurig und man ist stets auf Sand unterwegs. Selbst fahren sollten hier wirklich nur Profis, die mit Allradantrieb Erfahrung und auch das entsprechende Auto haben. Die bessere Alternative sind die geführten, ganztägigen Inseltouren. Mit umgebauten Trucks steuert man dabei die größten Highlights auf Fraser Island an, wie beispielsweise das Maheno-Schiffswrack am 75 Mile Beach. Der absolute Höhepunkt einer Fraser Island Tour ist der Stopp am Lake McKenzie. Er gilt als schönster Süßwassersee auf der Insel, versteckt inmitten des Regenwaldes und umrandet von einem weißen Sandstrand.

Kängurus am Strand

Bevor wir zum Abschluss der Reise noch einmal direkt ins Herz des Great Barrier Reef vordringen, legen wir auf unserer Reise einen entzückenden Zwischenstopp ein. Auf der Fahrt Richtung Norden, die Küste von Queensland entlang, landen wir im Cape Hillsborough Nature Park. Hier lässt sich jeden Morgen ein ganz besonderes Schauspiel beobachten: kurz vor Sonnenaufgang versammelt sich Tag für Tag eine Gruppe Kängurus am Strand. Wer sich jetzt vorsichtig und ruhig den Tieren nähert, wird mit einem einzigartigen Fotomotiv belohnt.

Das Beste zum Schluss

Eigentlich kaum zu glauben, dass diese Reise ans Great Barrier Reef nach so vielen Highlights noch besser werden kann. Doch die Whitsunday Islands, etwa 1.000 Kilometer nördlich von Brisbane, übertreffen selbst die kühnsten Urlaubsträume. 74 tropische Inseln, die meisten davon unbewohnt, liegen geschützt vom Great Barrier Reef vor der Küste von Queensland. Die Farbe des Meeres wechselt hier zwischen Türkis, Blau und Indigo – intensiver, als es jeder Foto-Filter hinbekommen würde. Dazu kommen unzählige palmengesäumte Strände an jeder Insel. Der Beste von ihnen: der Whitehaven Beach, mit einem Quarzgehalt von fast 99 % einer der weißesten Strände der Welt. Und für viele Reisende auch der Schönste. Erkunden lässt sich die traumhafte Inselwelt der Whitsundays mit dem Boot, mit dem Wasserflugzeug, oder – für die ganz Sportlichen – während einer mehrtägigen Kanu-Tour. Sie bietet den Vorteil, dass man auch die verstecktesten Strände auf den unbewohnten Inseln entdecken kann. Übernachtet wird dann im Zelt, denn kleine Campingplätze sind sogar in den Naturschutzgebieten erlaubt. Und dann hat man dieses Paradies praktisch für sich alleine. Daniel Scherz

Wichtige Information

Zuletzt hat die Korallenbleiche am Great Barrier Reef international für Schlagzeilen gesorgt. Und tatsächlich ist das Riff aufgrund der veränderten Umwelteinflüsse in Gefahr. Jedoch weist die australische Behörde darauf hin, dass nur relativ kleine – touristisch nicht bedeutende – Gebiete von der Bleiche betroffen sind.

Hoteltipps
Lady Elliot Island Eco Resort, ist die einzige Unterkunft auf Lady Elliot Island. Jedoch gibt’s Angebote für jedes Budget, von einfachen Zelthütten bis zu den Familiensuiten direkt am Strand; www.ladyelliot.com.au
Kingfisher Bay Resort, das Öko-Resort auf Fraser Island liegt wunderbar in die Natur eingebettet, mit niedrigen Holzgebäuden und einer Sunset-Bar direkt am Strand; www.kingfisherbay.com
Coral Sea Resort ist die beste Adresse in Airlie Beach. Die wunderschöne Hotelanlage liegt direkt am Meer, von den Balkonen blickt man auf die weißen Yachten im Hafen der Stadt. Highlight sind die Spa Suiten, die am Balkon Whirlpool und Hängematte haben; www.coralsearesort.com

Erlebnistipps
Panorama-Tour mit dem Wasserflugzeug ist ein absolutes Highlight am Great Barrier Reef. In Airlie Beach starten die Wasserflugzeuge von Air Whitsunday. Nach dem ersten Zwischenstopp am Whitehaven Beach und einem Flug über das berühmte Heart Reef landet man an einer menschenleeren Stelle direkt am Riff, wo eine Stunde geschnorchelt wird; www.airwhitsunday.com.au
Übernachtung im Great Barrier Reef, ein einmaliges Erlebnis, eine Nacht direkt im Great Barrier Reef zu verbringen. Auf einer Schnorchel-Plattform am offenen Meer darf abends nur eine kleine Gruppe Besucher zurückbleiben, während die anderen Touristen wieder ans Festland gebracht werden. Nach dem Barbecue wird in „Swags“ unterm Sternenhimmel übernachtet; www.cruisewhitsundays.com
Infos zu Queensland und zum Great Barrier Reef findet man unter www.queensland.com/de-de/

GASTBRUNO: ReiseIngo

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