Fish & Chips, Earl Grey und die Queen

Fish & Chips, Earl Grey und die Queen

Mit Regenschirm und Teetasse ausgerüstet, begab ich mich mit meinen Freundinnen letztes Jahr auf einen kurzen Städtetrip ins hippe London. Die Großstadt macht seinem Ruf auch alle Ehre und so hatten wir von vier Urlaubstagen nur einen, an dem sich die Sonne ein wenig zeigte. Doch trotz des mäßigen Wetters und den häufigen U-Bahnausfällen, ließen wir‘s uns nicht nehmen, die Stadt zu erkunden.

„Mind the gap“

Nach unserer Ankunft am Londoner Flughafen Heathrow und geschlagenen zwei Stunden Zug- und U-Bahnfahrt, bei der wir erst einmal das ungewohnte Untergrundsystem durchschauen mussten (anders als in Wien gehen hier mehrere U-Bahnzüge vom selben Gleis weg, und die Richtung ist auch nicht immer einfach zu bestimmen), erreichten wir endlich unsere Unterkunft. Meine drei Freundinnen und ich – alles noch Studentinnen, daher fiel auch die Auswahl der Unterkunft dementsprechend sparfuchsmäßig aus – buchten ein kleines Appartement in einer etwas fragwürdigen Gegend, doch wurden wir vor Ort mehr als positiv überrascht. Die Londoner Höflichkeit gegenüber Touristen fiel mir sofort auf und bestätigte sich auch im Laufe der restlichen Tage immer wieder. Unser Gastgeber war äußerst liebenswert und auch die Zimmer machten einen gepflegten und behaglichen Eindruck.

Touristenattraktionen – Wir kommen!

Nach einer kleinen Stärkung ging es dann direkt los zum ersten Checkpoint: „Changing of the Guard“ beim Buckingham Palace. Als echte „Touris“ und Städteneulinge kauften wir uns schon daheim einen kleinen Reiseführer und grasten erst einmal alle typischen Londoner Touristenattraktionen ab. Eingeklemmt zwischen Schaulustigen, war die Märzkälte einigermaßen erträglich, doch nach einer halben Stunde hatten wir für unseren Geschmack auch schon alles vom Palace gesehen. In einem kleinen Café knabberten wir schnell an Fish & Chips bevor es zum Big Ben, Palace of Westminster, St. Margarets Church und am zweiten Tag zum Piccadilly Circus, Tower of London, Tower Bridge und Hyde Park weiterging. Leider sind die Eintrittspreise oft sehr teuer und so begnügten wir uns mit der Außenansicht und sogen während unserer Spaziergänge durch die Innenstadt die Londoner Atmosphäre auf. Mit dem „London Eye“ ging es dann hoch hinaus und wir erhielten einen wunderbaren Blick auf die Stadt, während der Tag sich dem Ende zuneigte.

Zu Besuch am Nullmeridian

Mein Highlight der Reise fand am dritten Tag in Form eines Ganztagesausflugs nach Greenwich statt. Bei der Gelegenheit ließ sich auch die Sonne das erste Mal blicken und begleitete uns durch den noch nicht erblühten Park hinauf zum Royal Greenwich Observatory. Ein kleines Museum nebenan stellt die wichtigsten Modelle der komplexen Seechronometer des Zimmermanns und Erfinders John Harrison sowie die ersten präzisen Uhren aus. Die Sonne genießend, verbrachten wir einige Stunden im Park und besorgten beim Greenwich Market noch einige Mitbringsel für daheim. Zurück in die Innenstadt ging es dann per Schiff, auf dem uns der Kapitän die Geschichte der Gebäude entlang der Themse näher erzählte. Am Abend stürzten wir uns mit Freunden ins Londoner Nachtleben, das allerdings bereits um drei Uhr in der Früh endete, denn dann schließen alle Clubs und es kehrt ein wenig Ruhe in die Stadt ein.

Verbrecherjagd und Hokuspokus

Am vierten und letzten Tag unserer Reise wagten wir uns dann auf literarische Spurensuche in Form von Sherlock Holmes und Harry Potter. Also suchten wir die wohl bekannteste Adresse Londons auf: 221B Bakerstreet. Schon von weitem sahen wir die lange Schlange, die sich vor dem Museum gebildet hatte. Nach gefühlten zwei Stunden Wartezeit (ich gebe zu, ich übertreibe, aber eine Stunde hat´s schließlich doch gedauert), kamen endlich wir an die Reihe und zwängten uns die engen Stufen hinauf in die Wohnstube. Echte Sherlock-Fans werden, trotz des hohen Eintrittspreises, hier bestimmt nicht enttäuscht. Von Requisiten, Kostümen, Puppen bis hin zu handgeschriebenen Notizen und Werken von Sir Arthur Conan Doyle ist wirklich alles dabei. Schnell noch ein paar Erinnerungsfotos geschossen und weiter geht’s zum Kings Cross Bahnhof. Das Gleis 9 ¾ ist zwar nur Fiktion, doch trotzdem wurde der Buchreihe zu Ehren ein kleines Abteil am Bahnhof mit einer dementsprechenden Nummerierung und einem halb verschwundenen Gepäckträger versehen. Und auch hier finden wir wieder eine meterlange Menschenschlange vor. Da es allerdings schon spät wurde, kehrten wir in unser Quartier zurück, um für die Heimfahrt zu packen. Zeitig in der Früh ging es dann mit dem Flieger zurück nach Wien.

Until next time!

Sollte man einen umfassenderen Besuch in London planen, empfiehlt sich, sich so viel Zeit wie nur möglich zu nehmen. Für ein oberflächiges Kratzen an der Kultur und Geschichte Londons haben unsere vier Tage gerade einmal so gereicht. Ein längerer Trip steht auf jeden Fall auf meiner To-Do-Liste, denn trotz schlechten Wetters und Touristenmassen verströmt London eine eigene besondere Atmosphäre, die mich auch heute noch in Form meines Mitbringsels – einer Dose „English Breakfast“ – begleitet.

Wichtige Informationen

Fliegen Sie mit Austrian Airlines nach London ins Finanz- und Verwaltungszentrum Großbritanniens und „besuchen“ Sie die königliche Familie in ihrer Residenz. Oder gehen Sie shoppen – vielleicht bei „Harrod´s“, einer der bekanntesten, zugleich aber wohl auch einer der teuersten und luxuriösesten Shoppingtempel der Stadt. Und fahren Sie unbedingt mit einem Taxi, denn die schwarzen Autos, auch „black cab“ bezeichnet, sind typisch für London. www.austrian.com

Infos zur London und Großbritannien unter www.visitbritain.com

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