Inselhopping oder auch BVI genannt

Inselhopping oder auch BVI genannt

Hurrikan Irma passierte am 6. September 2017 gegen 14:00 Uhr die British Virgin Islands und traf das britische Hoheitsgebiet in der Karibik mit voller Wucht. Hurrikan Maria setzte dann ein paar Tage noch eins drauf. Diese Naturgewalten haben der vulkanischen Inselgruppe mächtig zugesetzt, und doch konnten bereits im November 2017 wieder die ersten Gäste empfangen werden. Die BVI mit ihren Puderzuckerstränden und bizarren Felsformationen gelten unverändert und völlig zu Recht als Segelhauptstadt der Welt, die auch der traveller näher entdecken konnte.

Von Insel zu Insel segeln, kulinarische Vielfalt und die kreativsten und pompösesten Yachten vieler Superreichen am Ankerplatz bestaunen, die British Virgin Islands laden Jahr für Jahr Segelfans ein und auch wir durften einen Törn drehen und dabei nicht nur einen Painkiller „zwitscherten“.

Arrived in Paradise

Auch als Britische Jungferninseln bekannt, umfasst das britische Überseegebiet 60 Inseln, eine schöner wie die andere. Vieles ist hier britisch, vieles, wie die Währung, nicht. Denn bezahlt wird mit dem guten alten US-Dollar. Unsere Reise nimmt in Tortola ihren Anfang, wohin wir über Puerto Rico und weiter mit einem Inlandsflug mit FlyBVI gelangen. Das kleine Propellerflugzeug hat gerade mal Platz für unsere sechsköpfige Reisegruppe, dafür ist der Blick auf die Inselwelt ein unendlich scheinender und atemberaubender. Auf Tortola, der größten aller BVI’s angelangt, geht es in Maya Cove auf einen Katamaran, unser Zuhause für die nächsten Tage und das Abenteuer beginnt.

Virgin Gorda, Anegada & Jost van Dyke

Beim Gedanken, dass wir dieses Paradies auch wieder verlassen müssen, kommt Schwermut auf, doch halt, wir sind ja gerade erst angekommen. Also genießen wir das Paradies, in dem ein Inselchen schöner als das andere ist, und erklären alle Inseln und Strände zu unseren Favoriten. Von „flach wie eine Flunder“ bis gebirgig, die Landschaft ist vielfältig und bunt und jetzt verstehen wir auch, warum „Schifferl fahren“ hier auf den BVI nicht nur unter Segelliebhabern ganz oben auf der Wunschliste vieler steht. Ein Segeltörn gehört stets gut geplant, hier umso mehr, also legen wir unsere Route wie folgt an: Von Cooper Island nach Virgin Gorda Yacht Harbor, weiter nach Anegada, Cane Garden Bay, Tortola und Jost van Dyke. Piraten hatten hier wohl dereinst nicht nur „viel Spaß”, sondern vor allem verborgene Zufluchtsorte vorgefunden, was wohl nicht nur der holländische Pirat Jost van Dyke, nach ihm ist die rund acht Quadratkilometer große kleinste aller vier Hauptinseln mit dem 321 Meter hohen Majohnny Hill benannt – zu schätzen wusste.

Regatta und Lobster

Durch die Gewässer der British Virgin Islands zu segeln, begeistert jährlich tausende Sport- und Regattasegler und überzeugt auch ein Wiener Stadtkind und den „Unterwassermenschen“ in mir, der sich meist die Meereswelten nur von „unten“ ansieht, dass es an der Wasseroberfläche auch sehr schön sein kann. Und dass die BVI nicht nur geil aussehen, sondern auch supergut schmecken, wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Wie Lobster essen auf Anegada, der einzigen Koralleninsel der BVI, auf der die höchste Erhebung gerade einmal achteinhalb Meter hoch ist. Bekannt für seine kilometerlangen pudrig weißen Sandstrände und das 29 Kilometer Horseshoe Reef, mit 29 Kilometern das größte Barriereriff der Karibik und damit auch eines der größten weltweit. Tauchen wäre hier echt cool, liegen hier doch viele Schiffswracks auf Grund. Aber weil man das Riff längst der Natur zuliebe zu Schutzgründen erklärt hat, und Ankern damit untersagt ist, tauche ich nur in meiner Fantasie in dieses herrlich blau glitzernde Wasser und freu mich auf den nächsten „Fresh Anegada Lobster“. Eine lokale Spezialität, die in vielen Restaurants auf der Karte steht und hier stets frisch gegrillt auf den Teller kommt. Zubereitet in umgestülpten Metalltonnen und auf heißer Kohle gebraten, bleibt mir der einzigartige Geschmack dieser Meeresköstlichkeit noch lang in Erinnerung.

Painkiller im Soggy Dollar

Fast ist unser Törn schon wieder zu Ende, doch bevor wir mit unserem Katamaran wieder im Hafen von Tortola festmachen, machen wir noch in der bekannten „Soggy Dollar“ Bar Halt? Wo man zur Theke schwimmen muss, die nassen Dollarnoten dann zum Trocknen auf Wäscheleinen aufgehängt werden und etwaige Wehwehchen mit dem einen oder anderen Painkiller mit viel Rum weggetrunken werden. Ein ziemlich gefährliches „Schmerzmittel“, entsprechend gutgelaunt schippern wir dann in der abendlichen Sonne dem Ende einer fantastischen Reise und dem Anlegeplatz in Maya Cove entgegen.

Autor: Chaluk
Dieser Artikel ist ein Auszug aus der traveller Ausgabe 01-02 | 2018

Wichtige Informationen

Ein Lokalaugenschein
Hurrikan IRMA hat im September 2017 weite Teile der Karibik verwüstet, und auch die britischen Jungferninseln nicht verschont. Am Wiederaufbau wird unermüdlich weiter gearbeitet. Um die Lage vor Ort einschätzen zu können und die Vorplanung für das Trophy-Programm 2018 voranzutreiben, haben Hartmut Holtmann (KH+P yachtcharter GmbH) sowie Gabi Romberg und Ludger Hartz (BVI Tourist Board Deutschland) Ende November mit Unterstützung von Dream Yacht Charter einen Solidaritäts- und Entdeckertörn durch die karibischen Inseln unternommen.

Besonders die positive Einstellung der BVILander sowie der Fortschritt des Wiederaufbaus und die schnelle Erholung der Natur vor Ort waren beeindruckend. Die Inseln sind inzwischen wieder überwiegend grün und auch die unbebauten Buchten und Strände laden zum Baden ein. Wie Gabi Romberg berichtet, sind viele der Supermärkte, wie Rite Way, OneMart Superstore und Bobby’s Supermarket, bereits wieder geöffnet und gut bestückt, sodass eine Versorgung mit Lebensmitteln wieder gut gewährleistet ist. Auch einige Bars und Restaurants, wie die Pusser’s Bar in Roadtown oder Foxy’s auf Jost van Dyke, haben wieder geöffnet. Segler, die die Inseln ursprünglich kennenlernen möchten, Naturliebhaber sind, gerne in Buchten ankern und an Bojen liegen, werden sich über eine wenig überlaufende und grüne Inselwelt freuen.

Informationen unter www.khp-yachtcharter.com

Nützliche Links
Ein Segeltörn durch die BVI ist eine Empfehlung an alle, die gerne individuell verreisen und die Natur entdecken möchten. Informationen zu den angelaufenen Spots findet man unter:
Cooper Island: www.cooperislandbeachclub.com
Guavaberry Spring Bay: www.guavaberryspringbay.com
Bitter End Yachtclub: www.beyc.com
Anegada Beach Club: http://anegadabeachclub.com
Sebastians on the Beach: www.sebastiansbvi.com
Myett’s: www.myetts.com
Regatta 2018: www.bvispringregatta.org
www.soggydollar.com
www.bvitourism.de
www.dreamyachtcharter.com

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