KENIA TEIL 1

KENIA TEIL 1

The adventure of a lifetime soll es werden! Der Gedanke, Zentralafrika hautnah zu erleben, fasziniert mich schon lange. Mit voller Begeisterung erzählte ich in meinem Umfeld von der Möglichkeit, demnächst nach Kenia zu reisen. Das Feedback: Erstaunte Blicke, Respektsbekundungen vor dem Mut, nach Afrika zu fliegen, und viele Fragen zu den Impfungen, die ich doch über mich ergehen lassen müsse, den Reisewarnungen und wie ich denn mit dem Malariarisiko umgehen werde… Äh Impfungen? Malariarisiko? Reisewarnungen? Runter vom Gas! 

Manchmal kann man das Kopfkino nicht beeinflussen, aber he… Moment mal… Du kommst gerade aus der Türkei und warst in den letzten Monaten wahrscheinlich in vielen Ländern, in denen es aktuelle Reisewarnungen gibt. Irgendetwas davon bemerkt? NEIN! Also die Panikmache der Angstgesellschaft beiseiteschieben, wie immer mit dem nötigen Respekt und der gebotenen Vorsicht vorgehen und sich ein eigenes, möglichst objektives Bild der Lage machen. 

Samstag 22:30 – das Abenteuer beginnt

Mit Ethiopian Airlines geht es via Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens weiter nach Mombasa und damit also nach Kenia. Ethiopian Airlines – eine afrikanische Fluglinie – das könnte das erste Abenteuer werden. 
Vorurteil Nummer eins dieser Reise wurde jedenfalls schon bei Beginn des Flugs ET 273 beseitigt, denn geflogen sind wir im neuen Dreamliner von Boeing. (Wenn dich der Dreamliner der Traumreise näher bringt, ist das sicher ein Zeichen). Der Sitzkomfort in der Economy überbot alles, was ich bisher kannte. Als Journalist, der vor allem viele Interviews abtippt, fiel mir sofort auf, dass dieses Flugzeug um ein Vielfaches leiser ist, als andere Typen. Nichts gegen eine gute alte Boeing 777 – aber versuch da mal, ein Interview zu transkribieren. Ohne „Noise Cancelling Schnick-schnack Kopfhörer“ eine Mission Impossible.  

12 Stunden später: Wir landen ohne Jetlag, weil ja auch nur eine Stunde Zeitverschiebung, in Mombasa, unserem Zielort für die ersten zwei Tage des großen Abenteuers. Die Einreise verlief entspannt, und direkt am Ausgang erwartete uns schon Southern Cross Safaris mit unseren beiden Fahrern und den zwei Safaribussen. Ich traf auch erstmals auf den Rest der Reisegruppe und fragte gleich mal in die Runde, wie die das denn mit Impfungen und Malaria gemacht hätten. Beruhigende Antworten: Den meisten war das so Banane wie mir und so packte ich gleich den stärksten mitgenommenen Moskitospray tief in meine Reisetasche zurück.
Nach einer ersten Rundfahrt durch Mombasa bekam ich schön langsam einen Eindruck von der Realität einer afrikanischen Großstadt. Hier gibt es nichts zu beschönigen: Es herrscht Großteiles pure Armut. 
In unserem Auto wurde es ganz still, jeder beobachtete gespannt, was auf den Straßen bzw. Verkehrsinseln passierte. Eine kurze Aufzählung der Verkehrsinselbewohner würde so aussehen: Wasserverkäufer, Kuh, Ziege, Kokosnussverkäufer … Überall bunte Autos, Hütten – zusammengeschustert aus Wellblechen, und Luftfeuchtigkeit ohne Ende. Die Frauen am Gehsteig so bunt gekleidet, als würden sie gerade von einer farbenfrohen Hochzeit kommen. Kontrast pur! Eine Welt, die ich so noch nirgends vorgefunden hatte. Dafür die richtigen Worte zu finden ist auch mit einigen Tagen Abstand nicht einfach. Da standen wir in unseren Safarimobilen mitten im Mombasa, das Dach geöffnet, damit wir eine bessere Aussicht hatten, und fotografierten die Einheimischen und das Geschehen. Manche fanden das toll und winkten uns, andere fanden das weniger gut. 

Lektion 1: Behandle die Menschen mit dem Respekt, den auch Du Dir wünschen würdest, und frag, bevor du ein Foto machen willst. Keiner hat mit nein geantwortet. Ganz im Gegenteil – aus Smalltalk entstand oft eine spannende Geschichte.

Man chauffierte uns zum besten indischen Lokal der Stadt, um uns einen Überblick zur Reise zu geben. Ich war ein bisschen erstaunt, dass die erste Mahlzeit in Afrika indisch war, aber das Essen von Shenai war unglaublich gut, und was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass es aufgrund des Handels mit britischen Kolonien viele Inder gab, die sich nach Kenia abgesetzt hatten.
Nachdem wir verköstigt waren, ging es in unser erstes Hotel: English Point Marina. Ein gut gesichertes Luxusresort direkt in der Bucht von Mombasa. Ganz geheuer war mir diese Stadt – um ehrlich zu sein – noch nicht, und so musste ich das tun, was ich schon im Sport gelernt hatte: 


Lektion 2: Wenn Du vor etwas Angst hast, suche die Konfrontation und bekämpfe die Angst.


Wie auf fast jeder Reise, hatte ich natürlich auch diesmal meine Inlineskates im Gepäck. Der Asphalt war gut genug, und so fasste ich mir ein Herz und erkundete die Umgebung auf Rollen. Meine größte Sorge war die Ungewissheit darüber, wie wohl die Leute auf mich reagieren würden. Es kam anders als erwartet: Die Reaktionen waren geprägt von purer Neugier. Der eine oder andere jubelte mir sogar zu. Ein Weißer auf Inlineskates ist dann doch wohl nichts Alltägliches. Es brachte mich erstmals auf Augenhöhe mit der Bevölkerung. Das größte Risiko, das mir fast zum Verhängnis wurde, war der Linksverkehr. 

Lektion 3: Wenn Du schon mit Inlineskates eine Stadt erkundest, lass zu Beginn den iPod daheim und konzentriere Dich auf die Verkehrsgewohnheiten. Action genug! 
 Die Berührungsängste erfolgreich abgelegt, kehrte ich ungefähr 45 Minuten später wieder zurück ins Hotel, um am Infinitypool den Sonnenuntergang zu genießen. Bilder sagen mehr als tausend Worte:

Tag zwei in Mombasa war nicht weniger spannend

Wir kamen nun immer öfter in Kontakt mit den Einheimischen und besuchten Bombolulu, eine Werkstatt für mobilitäts-eingeschränkte Menschen, beispielsweise mit körperlichen Behinderungen. Das ist mir jetzt auf der Reise schon ein, zweimal aufgefallen, aber hier sticht die Lebensfreude und die Offenheit der Menschen stark hervor, und das, obwohl viele mit einem schweren Schicksal zu kämpfen haben. 
Ali, unser Führer, der beinahe seine komplette Sehkraft verloren hat, führt uns durch die verschiedenen Bereiche und erzählt uns mit großer Begeisterung, was an welchem Ort warum passiert. Bombolulu = Absolut empfehlenswert. 

Notiz: Schon am zweiten Tag kommt es mir so vor, wie wenn ich aus meiner „Realität“ in Europa komplett herausgerissen wurde und alle groß erscheinenden Probleme nicht mehr vorhanden sind. DANKE DAFÜR!

Das Kontrastprogramm geht weiter in der Severin Sea Lodge, einem Luxusresort direkt am weißen Sandstrand von Mombasa. Die Gegensätze könnten jetzt nicht mehr weiter auseinander klaffen, denn im direkten Anschluss an Bombolulu und einer kleinen Stadtrundfahrt, Garnelen mit bestem Ausblick serviert zu bekommen, hat es in sich. 
Man ist sich eigentlich gar nicht sicher, ob man dabei ein schlechtes Gewissen verspüren sollte. 


Meine Meinung dazu: Ein bisschen schlechtes Gewissen kann nicht schaden, denn im Endeffekt leben wir in Europa im Verhältnis definitiv im Überfluss. Auf der anderen Seite hilft aber gerade der Tourismus den Einheimischen in Kenia, sich ein Standbein aufzubauen und die eigenen Verhältnisse zu verbessern. Daher eher die philosophische Frage, warum man woanders auf der Welt, vor allem dort, wo man alles hat, so selten ein schlechtes Gewissen hat. Das muss man natürlich mit sich selbst klären – mir hat es jedenfalls dabei geholfen, das Ganze noch mehr wertzuschätzen, denn das alles, was wir haben, ist definitiv nicht selbstverständlich. 
Nach einem Kurzbesuch im Meer folgte wieder Smalltalk mit den Einheimischen am Strand. ich konnte den Mangos, die angeboten wurden, einfach nicht widerstehen. Nach kürzester Zeit tummelten sich jedoch auch viele andere Händler rund um mich, die ihre Chance auf ein Geschäft erkannt haben. Bei mir definitiv – und so ging ich wenige Minuten später wieder zurück ins Hotel, allerdings um zwei Mangos, einen Elefanten aus Ebenholz und einen geschnitzten Schlüsselanhänger, der meinen Spitznamen trägt, reicher. 
Viel wertvoller als die Andenken waren allerdings der Kontakt zu den Menschen und die Geschichten, die sie mit uns geteilt haben.

Alle Links zum ersten Part des Abenteuers Kenia:

Indisches Restaurant in Mombasa: www.restaurantshehnai.com
Hotel English Point Marina Mombasa: www.englishpointmarina.com
Bombolulu: www.apdkbombolulu.org
Hotel Severin Sea Lodge: www.severinsealodge.com
Ethiopian Airlines: www.ethiopianairlines.com

THE BEST WAY TO GET TO KENIA – ETHIOPIAN AIRLINES
Ethiopian Airlines, die größte und eine der am schnellsten wachsenden Fluggesellschaften Afrikas, begann ihren ersten Liniendienst 1946 von Addis Abeba nach Kairo. Heute bedient die Airline über 100 Destinationen rund um den Globus. Äthiopiens nationale Fluggesellschaft hat eine der modernsten Flotten Afrikas und ist Mitglied der Star Alliance. Ethiopian Airlines ist die erste afrikanische Fluggesellschaft, die Maschinen vom Typ Boeing 787 Dreamliner und des Airbus A350 einsetzt. Ab Frankfurt fliegen Ethiopian Airlines täglich & ab Wien 4x wöchentlich nonstop über Nacht nach Addis Abeba und von dort weiter zu über 60 Zielen auf dem afrikanischen Kontinent.
Passagiere von Ethiopian Airlines freuen sich über eine großzügige Freigepäcksmenge von zweimal 23kg Freigepäck in der Economy Class sowie über ein weltweites Netzwerk innerhalb der Star Alliance. Zu den neuersten Zielen ab Addis Abeba zählen Victoria Falls in Simbabwe, Antananarivo in Madagaskar sowie die Komoren.

Weitere Auskünfte bei:
Aviareps Ges.m.b.H,
Ethiopian Airlines
Untere Donaustraße 11/3.OG
1020 Wien
reservationsET.austria@aviareps.com
Telefon: +43 (0)1 585 36 30 30

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