Kräftig karibischer Schuss

Kräftig karibischer Schuss

Condor ist der Karibik-Carrier schlechthin. 17 karibische Ziele stehen beim deutschen Ferienflieger im aktuellen Winterflugplan, seit Anfang November 2016 geht es auf Martinique.

Meine Reise ins französische Überseedépartement könnte schöner nicht beginnen, ich fliege in der neuen Condor Business Class, werde nach Strich und Fade verwöhnt und haben bei der Ankunft am Flughafen von Fort-de-France, so mein Gefühl, nach einer wahren „Völlerei“ über den Wolken, ein paar Kilos mehr auf den Hüften.

Irgendwie fühlt es sich seltsam an. Da fliegt man rund zehn Stunden quer über den Atlantik, um letztlich doch in Europa, in der EU, zu sein. OK, die Uhren ticken anders, die Menschen sind vielleicht eine Spur „dünkler“, die Vegetation ein bisschen grüner und, wohin man blickt, wuchern üppig Zuckerrohr- und Bananenstauden. Aber sonst ist auf Martinique alles ziemlich europäisch. Man bezahlt mit Euro, man fährt auf bestens ausgebauten mehrspurigen Straßen, man frühstückt Croissant und Café au Lait, man geht in die Kirche und isst und trinkt gerne und gut. Man ist Übersee-Franzose, so die Definition der Einheimischen. Heißt: Als Überseedépartement  unterliegt man zwar der gleichen Gesetzgebung wie Frankreich mit Paris als offizielle Hauptstadt, aber der kräftige Schuss Karibik macht’s doch ganz anders. Das zeigt sich in vielen Facetten. Etwa sprachlich, denn auch wenn offiziell Französisch gesprochen wird, Muttersprache ist das Kreolisch, ein bunter und sehr melodischer Sprachenmix. Der erste europäische Fuß, der die Insel 1502 berührte, gehörte, eh klar, Christoph Kolumbus. 1635 „kolonialisierte“ Frankreich die zu den Kleinen Antillen zählende Insel, seither ist Martinique, bis auf drei kurze Unterbrechungen, Französisch. Mit dem Zuckerrohr ein paar Jahre später folgte dann mit der einhergehende Rumproduktion der wirtschaftliche Aufschwung, für die Bevölkerung kamen aber mit der Sklaverei schlimme Zeiten, endgültig abgeschafft wurde der Menschenhandel 1848. Geblieben sind das Zuckerrohr und der Rum, und der ist auf Martinique ein ganz besonderer Tropfen, der als einziger Rum aus der Karibik die Appellation d’Origine Contrôlée (AOC) führen darf.

Schon ein feines Tröpferl!

Für mich war Rum ja bisher nur „Stroh“ und nur fürs Backen eine Option. Auf Martinique, nach einem Besuch mit Verkostung in der Destillerie La Mauny, wurde ich rasch bekehrt. Entscheidend ist das Zuckerrohr, und das ist auf Martinique von besonderer Qualität. Die auch ihren Preis hat. Während andernorts die Tonne frisch geschnittenes Zuckerrohr um 20  Euro gehandelt wird, gibt es das „Martiniquesche“ nicht unter 100 die Tonne. Bei La Mauny wird das Rohr weiter per Hand geschnitten, weil der Maschinenschnitt diesem kostbaren Rohmaterial nicht wirklich zuträglich ist. Gerade im unteren Drittel der Stangen befindet sich die höchste Zuckerkonzentration, ich hab‘s probiert, es schmeckt wahrlich picksüß. Ob weißer oder „alter“ brauner im Eichenfass gereifter Rum, ob auf Eis oder spiced, La Mauny Rum ist eine Komposition höchster Güte und hat mit dem, was wir in Österreich in den Tee gießen, gar nichts zu tun.

Colombo ist hier kein Inspektor

Ich genehmige mir noch ein Stamperl, weil’s halt gar so gut schmeckt werde gut gelaunt gemeinsam mit Prisca Morjon, Martiniques erster Bloggerin mit eigener Kochshow, unter freiem Himmel kochen. „Colombo“ nennt sich das typisch kreolische Gericht, dessen Geheimnis die Gewürze und nicht der Inspektor mit ebenso zerknittertem Gesicht wie Trenchcoat ist. Auf einen olfaktorischen Nasenschmaus folgt eine Geschmacksexplosion, die sich vollmundig vom Gaumen bis in die Nasennebenhöhlen zieht und dort lange verharrt. Ich habe das Rezept zu Hause nach- und meine Familie damit eingekocht. Der Wunsch nach „Hühner-Colombo“ wird nun oft laut, den kräftigen Schuss Rum dabei aber nicht zu vergessen. Versuch’s doch auch, das Rezept ist einfach und die nötigen Zutaten und Gewürze sind bei uns leicht erhältlich. Koch Dir ein Stück Martinique in Dein Wohnzimmer, besser aber, fliege auf die Insel über dem Wind, nicht nur zum Essen und Rum trinken. Denn eh klar, dass man auf Martinique an Traumstränden herrlich Baden, Sporteln, Sonne liegen oder Segeln und Kitesurfen kann. Man kann aber auch im Bananen-Museum mehr als 60 verschiedene Arten dieser vielseitigen gelben Frucht bewundern und von Ketchup bis zu Marmelade, Chips oder Likör alles verkosten und natürlich auch kaufen. Man kann auch einen der sieben Vulkane – ein aktiver und sechs schlafende – besteigen bzw. den Geschichten des 86jährigen Balthazar Trigla, Veteran der französischen Luftwaffe, lauschen oder man fährt Rad, wandert durch Regen- und Mangrovenwälder oder den  Jardin de Balata und entdeckt alte Chateaus und Schlösser einstiger Kolonialherren. Und man wohnt in sehr guten Hotels, wie dem Cap Est Lagoon Resort & Spa in Le Francoise. Wie man aber auch per Fähre auf das rund 35 Kilometer entfernte „very“ britische und entzückende Inselchen St. Lucia „hüpfen“ und dort im elitären Jade Mountain in Soufriére eine oder auch mehrere Nächte – alles eine Frage des Budgets – verbringen kann. Ein bizarres wie einzigartiges Hotel hoch droben im sattgrünen Regenwald, mit Suiten ohne vierter Wand, Himmelbett, zimmereigenem Pool und wahrlich grandiosem Blick auf die zwei Pitons. Aber das ist eine andere Geschichte …

Ach ja, St. Lucia steht neben Martinique natürlich auch im Karibik-Flugplan von Condor, wie Antigua, Barbados, Grenada, Kuba, Jamaica, Tobago, Puerto Rico oder die Dominikanische Republik.

Für mich war Rum ja bisher nur „Stroh“ und nur fürs Backen eine Option.

Information

Flüge ab Wien nach Fort-de-France sind in der Wintersaison 2016/17 als Oneway-Komplettpreis ab 319,99 Euro in der Economy Class, ab 469,99 Euro in der Premium Economy Class und ab 869,99 Euro in der Business Class auf www.condor.com, im Reisebüro, telefonisch unter +43 (0)1 585 36 31 45 bzw. per E-Mail unter reservations.austria@condor.com buchbar.

Dertour Austria bietet in der Wintersaison 2016/17 ein attraktives Pauschalangebot inkl. Condor-Flug und Aufenthalt im Cap Est Lagoon Resort & Spa****, 7 Nächte im DZ/Juniorsuite mit Frühstück, Anreise z.B. 2.4.17, pro Person inkl. Flug ab/bis Wien ab 1.879 Euro, Verlängerungswoche pro Person ab 784 Euro; Infos unter www.dertour.at bzw. im aktuellen DERTOUR Karibik Winterkatalog, Seite 258.

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