Malaga hat auf mich gewartet…

Malaga hat auf mich gewartet…

….mit heißen Tapas auf warmen Terrassen, mit schönen Schuhen mitten in der Nacht, mit ausgesuchten Kunstwerken in kleinen Museen und vielem mehr.

Kaltes Wetter macht mich mieselsüchtig, dann setze ich mich in einen Flieger und entfleuche. In Südspanien empfängt mich Sonne und Wärme, gleich fühle ich mich besser. Im Hotel fragt mich die Rezeptionistin, ob ich ein Raucherzimmer möge. Das habe ich schon eine Ewigkeit nicht mehr erlebt. Es geht mir gleich noch viel besser. und so motiviert gehe ich einmal spazieren. Ich mag diese kleinen Städte ja besonders gern, sie sind übersichtlich, sie machen keinen Stress, was noch alles zu besichtigen wäre oder was ich alles versäumen werde in den kommenden Tagen. Hier gehe ich eine knappe Viertelstunde und schon bin ich drin im spanischen Trubel. Am späten Abend sind die Straßen voller Menschen, laute Musik überall, irgendetwas feiern sie gerade. Da stehen diese „lebendigen“ aber regungslosen Statuen, die ich wegen ihrer Fantasie und ihrer Körperbeherrschung immer bewundere. Da haben die Geschäfte auch noch spät abends offen und ich kaufe meine Schuhe. In Spanien ist das für mich ein Muss. Da sitz ich dann auf einer Terrasse, von hinten die Heizstrahler, von der Seite die Wärme-Fackeln und vor mir ein paar Tapas, ein Glas Wein und das bunte südspanische Straßenleben. Was kann man mehr verlangen.

Man nimmt einen Kaffee da, ein paar Tapas dort – das ist Spanien für mich!

Picasso-Museen gibt es weltweit und alle sind sie bestens bestückt, weil der Meister sehr fruchtbar war – nicht nur künstlerisch übrigens. Hier in seiner Geburtsstadt gibt es natürlich auch eines. Es ist klein und fein, erschlägt mich nicht mit tausenden Bildern aus seinen unübersichtlich vielen Schaffensperioden, es ist einfach nur angenehm und die Sonne scheint warm in den Patio des alten Palastes. Auch das Centre Pompidou hat hier eine Filiale. Ein bunter Glaswürfel am modernen Hafen und was soll ich sagen. Mein Interesse für zeitgenössische Kunst hat etwas gelitten, weil ich sie nicht verstehe, aber hier mache ich eine Entdeckung nach der anderen – Modernes kann hochinteressant sein, wenn es in kleinen Dosen angeboten wird und vor allem gut kommentiert.
Ich wandere also so durch die Straßen, nehme einen Kaffee da, ein paar Tapas dort und erspare mir so das von mir gar nicht geschätzte sehr späte Abendessen. Ein Abend wird trotzdem spät. Ich mag den Flamenco, obwohl ich nicht wirklich eine Kennerin bin, liebe ich dieses temperamentvolle Gestampfe, die klassischen Bewegungen, die lauten Gesänge. Offizielle Shows gibt es scheinbar im Winter nicht, aber ich stolpere über ein Plakat einer Flamenco-Akademie, die heute eine Aufführung ankündigt. Ich suche spätabends in der verwinkelten Altstadt nach dem Kellerlokal. Im Publikum sitzen drei Personen, mich eingeschlossen und auf der Bühne agieren sechs Künstler. Es wird quasi eine Privatvorstellung und die Akteure haben sich die Seele aus dem Leib gesungen und getanzt.
Kennen sie Antonio Banderas, auch er ein Kind der Stadt, der nach Hollywood wieder hier wohnt. Ich war in seinem Stammlokal neben seiner Wohnung, er war leider nicht da, aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben.

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