Sightseeing der anderen Art

Sightseeing der anderen Art

Seit September 2016 fliegen Austrian Airlines von Wien also im Direktflug nach Hongkong. Endlich, denn diese schillernde und geheimnisvolle Stadt steht schon lange auf meiner Reise-Wunschliste.

Up & down – rauf & runter!

Viel Zeit hatte ich nicht, um diese faszinierende Stadt wirklich kennenzulernen, also musste ich’s effizient anlegen. In Hongkong geht’s ja ständig  rauf und runter, was zwar gut für die Figur, aber doch einigermaßen anstrengend ist. Und in Anbetracht der vielen Garküchen, die sich an allen Ecken befinden, und dampfend das köstliche Aroma von Nudelsuppe & Co verbreiten, führt sich das mit der Figur sowieso ad absurdum. Ich bin ja sowieso nicht zum Fasten und Abnehmen hier her gekommen, also lass ich mir die stets frisch gekochten köstlichen „Fast Food-Gerichte“ ohne schlechtes Gewissen auch ordentlich schmecken. Und nehme die Rolltreppe, um zur Nudelsuppe zumindest auch einen kleinen Überblick meiner Traumstadt zu bekommen. Rolltreppen, richtigerweise müsste man von Fahrtreppen sprechen, sind schon eine coole Erfindung. Denn geht’s steil bergauf oder bergab, bringen diese beweglichen Metallstufen einen in schnellerem Tempo als in Schrittgeschwindigkeit ans höher oder tiefer gelegene Ziel. Für Hongkong also genau das richtige „Sightseeingtool“, und was für eines?

Flip Flops oder Gummistiefel?

Hier gibt es nämlich eine Rolltreppe, nein, eigentlich sind es 20 aufeinanderfolgende, die einen ganzen Stadtteil prägen und mit einer Gesamtlänge von 790 Metern das längste Rolltreppensystem der Welt bilden. Hong Kongs Central Mid-Levels Escalator ist ein Bauwerk für sich und längst nicht mehr nur dem ursprünglichen Sinn – einem Transportbeförderungsmittel –  vorbehalten. Hong Kong, das weiß man, ist keine flache Flunder, vielmehr steiles Berg- und Inselland, Platz ist in Hong Kong  von jeher knapp. Gerade einmal 25 % der rund 1.100 km² Landfläche sind verbaut, und zwar hoch hinauf und nicht breit auseinander. Das lässt die geografische Lage, wenn überhaupt, nur in den New Territories zu, ansonsten heißt es auf Lantau Island, Hong Kong Island oder Kowloon ständig up and down. Also logisch, dass die Stadt an der Mündung des Perlflusses auch eine Stadt der Treppen ist. Der Rolltreppen, rund 6.800 soll es hier geben. Und der knapp 800 Meter lange überdachte Central Mid-Levels Escalator ist ein ganz besonderer. Auch was die Kosten betrifft, zählt doch die 1993 in Betrieb genommene längste open-air Rolltreppe der Welt mit wechselnder Fahrtrichtung auch zu den teuersten Bauprojekten der glitzernden Metropole im südchinesischen Meer. Je nach Tageszeit, bis 10.00 Uhr morgens geht es nur talwärts, weil da die locals zur Arbeit „rollen“, ab 10.30 Uhr bis Mitternacht geht’s dann nur noch bergauf, zu den Appartements, weil da die locals wieder nach Hause „rollen“. Denn eigentlich ist dieses Rolltreppensystem ein öffentliches Verkehrsmittel, und bietet sich somit fürs touristische Sightseeing perfekt an. Verbinden die 20 Treppen und drei Förderbänder auf 135 Höhenmetern die Stadteile Central, Mid-Levels und Hong Kong Island – und geben damit auf gemächliche Art und Weise einen fantastischen Über- und Einblick in das Leben dieser traditionsreichen Stadt. Ich bin von ganz unten bis ganz hinauf gefahren, Fahrtzeit rund 20 Minuten. Um dann zu Fuß bei tropischem Haarkräusel-Regenwetter, treppabwärts in Flip-Flops zu laufen, was mehr als 20 Minuten in Anspruch nahm. Wo ich zwar mit ziemlichem Knie schnackeln, aber vielen bleibenden Eindrucken ankam. Schuhtechnisch wären Gummistiefel an diesem Tag wohl die bessere Option gewesen, obwohl diese wiederum fürs Rolltreppenfahren weniger geeignet sind. Kommt nämlich der Stiefel mit den seitlichen Rolltreppenrändern in Berührung, entsteht Reibung, die wiederum dem Gummi nicht zuträglich ist, wodurch der Träger „picken“ bleibt und stürzen könnte. Darum gibt’s auch Bürsten am Ende vieler Rolltreppen, auch wenn diese „artentfremdet“ gerne zum Schuhe putzen verwendet werden. Auch in Hong Kong, wo es zwar weniger Gummistiefel, dafür umso mehr Menschen, an die 60.000 pro Tag gibt, die mit dem Central Escalator rauf und runter fahren. Und ich war einer davon!

Mein erster Besuch in dieser Metropole war quasi nur ein Appetizer, denn ich komme wieder. Das ist fix.

Information

Austrian Airlines fliegen bis zu fünf Mal pro Woche mit einer Boeing 777 von Wien nach Hong Kong. Infos unter www.austrian.com, unter +43 (0) 5 1766 1000 oder im Reisebüro. Informationen über Hong Kong finden Sie unter www.DiscoverHongKong.com

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