Sydney oder Sydney!

Sydney oder Sydney!

Sprechen Sie vielleicht Gälisch und können mit Eilean Cheap Breatuinn und Bale Shidni etwas anfangen? Ich nicht, und dass das nächste Etappenziel der Mein Schiff 6 auf der ersten Nordamerika-Tour von TUI Cruises Sydney lautet, macht es für mich nicht wirklich klarer. Ob Kapitän Brugman nächtens vielleicht „falsch abgebogen“ ist? Als ich dann im Hafen Männern im Kilt und schottischem Karomuster begegne, die mich mit einem freundlichen „Good Morning in Nova Scotia, Good Morning auf Cape Breton Island, begrüßen, wird mir klar: Australien ist das hier nicht!

Logbuch Eintrag – 12

Sonnenstrahlen blinzeln frühmorgens durch meinen geöffneten Balkon und wecken mich sanft auf. Ich schlafe seit der Abfahrt in Hamburg – dem Wetter sei Dank – noch immer auf „offener“ See. Das und noch vieles mehr werde ich bald vermissen, neigt sich doch diese grandiose Reise langsam ihrem Ende zu. Aber noch ist es nicht so weit, noch bleibt es spannend.

Den Schotten hinterher

Und wie, denn ein erster Blick nach draußen macht mich stutzig, was ich sehen, kann definitiv nicht Port Jackson sein. Wo ist das Opera House und die große Harbour Bridge? Es stand doch Sydney als nächste Station im Routenplan, und SYDNEY steht hier in großen Buchstaben und gleich neben einer riesigen Geige am Eingang des Cruiseterminals auch zu lesen. Aber anstatt Kängurus und Koalas, sehe ich Männer im Kilt, die zur Begrüßung einen Dudelsack drücken! Die Erklärung ist einfach und Captain Todd hat sich natürlich nicht verfahren – die Mein Schiff 6 hat, genau wie’s im Routenplan steht, richtig angelegt. Und hätte ich mich vorab ein wenig informiert, wüsste ich, dass ich nun in der ostkanadischen Stadt Sydney – in Bale Shidni auf Cape Breton Island oder Eilean Cheap Breatuinn, angekommen bin. Also gehe jetzt dort an Land, wo im späten 17. und im ganzen 18. Jahrhundert rund 25.000 Schotten einwanderten. Darum neben vielen historischen Hinterlassenschaften und einem den schottischen Highlands ähnelndem Landschaftsbild auch heute noch Kilt und Schottenmuster.

Ziemlich geil hier

Gegründet 1785, geht der Stadtname auf den damaligen britischen Innenminister, Thomas Townshend, 1. Viscount Sydney, zurück und hat mit der gleichlautenden „Verwandtschaft“ im fernen Australien nicht wirklich viel zu tun.
Obwohl, ein paar Jahrzehnte später, sehr viele Schotten das Land der Kängurus als ihre neue Heimat wählten, klein ist die heute in Australien lebende schottische Community mit rund 1,8 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund nämlich nicht. Doch mehr als nur eine „Namensgleichheit“? Naja, damit will ich mich jetzt nicht näher befassen, und begebe mich in der früheren Hauptstadt von Cape Breton auf die Spuren der alten Schotten.

Dort wo in einer Stadt die Kirche steht, befindet sich meist das Zentrum und das ist auch hier so. Irgendwie wirkt hier im Herzen von Sydney alles ein wenig museal und aus der Zeit gesprungen. Und das kleine Kirchlein, die St. George’s Anglican Church, ist so ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Im Türeingang dieser im englischen Gothic Revival Stil – wir würden Neu- oder Neogotik dazu sagen – erbauten kleinen Steinkirche steht eine ältere Dame in entsprechend „alter“ Kleidung – in langem schwarzen Kleid mit großem Hut – und begrüßt den Besucher freundlich lächelnd mit den Worten: „Welcome in unserer kleinen Kirche, dem ältesten Bauwerk in Sydney, der ältesten Anglican Church auf Cape Breton Island und viertältesten in ganz Kanada.“ Und auch wenn sie diesen Satz wohl täglich zig Mal „herunterbetet“, macht sie das doch mit sehr viel Stolz und Leidenschaft für „ihr“ – lokales Wahrzeichen und ihren Heimatort. „He, das ist geil hier,“ sagt dann auch mein Sohn und ja, diese Bezeichnung geziemt sich nicht wirklich für ein Gotteshaus. Und doch hat TRAVELBRUNO damit völlig Recht. Denn im Gegensatz zu unseren üppigen und protzigen Kirchen, kommt dieses puristische Gebetshaus gänzlich ohne Schnick-Schnack aus. Das gefällt und beim Spaziergang über den kleinen angeschlossenen Friedhof mit seinen verwitterten Grabsteinen, auf dem prominente Bürger aus Sydneys „schottischen“ Anfangstagen beigesetzt sind, wähnt man sich dann endgültig in eine andere Zeit versetzt.

Puristisch, ja das trifft’s ganz gut, um die Zeit, aus der die ältesten Häuser im Stadtkern stammen, zu beschreiben. Und das Cossit House Museum, untergebracht in einem dieser alten Fachwerkhäuser aus dem späten 17. Jhdt. bzw. das Jost House Museum – das ebenfalls auf die frühen Tage Sydneys und den einstigen Besitzer Thomas Jost zurückgeht – erzählen dazu in Wort und Bild spannende Geschichten. Mir bleibt dafür wie fürs spannende Hinterland leider viel zu wenig Zeit, die Mein Schiff 6 lichtet bereits um 17.00 Uhr wieder ihre Anker, um sich Richtung Halifax aufzumachen. Was mich dort wohl alles erwarten wird?

Und so „zupfe“ ich, bevor ich mich wieder auf mein schwimmendes Urlaubszuhause begebe, an der „Big Fiddel“- eine 18 Meter „kleine“ und damit weltgrößte Geige vor dem Cruise-Terminal, gedanklich noch ein paar schottische Akkorde, sage auf gälisch „Beannachd“ und rufe noch ein lautes „Pfiat Di und Auf Wiedersehen Sydney“ hinterher!

Wichtige Informationen

Tipps:
Das Cape Breton Miners Museum, rund 20 Kilometer östlich von Sydney gelegen, erzählt von der Geschichte des Kohlebergbaus und dem damit verbundenen entbehrungsreichen Leben der Minenarbeiter und deren Familien. Nehmen Sie sich hier ein wenig mehr Zeit und „fahren“ Sie in die unter dem Museum liegende Mine ein. Der gälischen Tradition kommt man in St. Ann’s, westlich von Sydney, im Gaelic College of Celtic Arts and Crafts – mit Kilt nähen, Dudelsack pfeifen und gälisch lernend, näher. Im angeschlossenen Great Hill Clans Museum erfährt man viel über die Geschichte und Kultur der schottischen Einwanderer. Auf eine Zeitreise in die Lebensweise der eingewanderten Schotten geht es im Highland Village Museum in Iona, südwestlich von Sydney. Auf 170.000 qm wird in elf Gebäuden von historisch gekleideten Mitarbeitern das damalige Farm- und Gesellschaftsleben nachgezeichnet. Und in der Kleinstadt Badeeck, am Nordufer des Gras d’Or Lake, westlich von Sydney, kann man das Sommerhaus von Alexander Graham Bell, dem Erfinder des Telefons, einen Nachbau eines von ihm erdachten Tragflügelbootes und Doppeldeckerflugzeuges, besichtigen.
Eigentlicher Star von Nova Scotia ist die spektakuläre Natur zu Land und Wasser, der man im Cape-Breton-Highlands-Nationalpark, dem ersten Nationalpark Kanadas in den atlantischen Provinzen, ganz nahe kommen kann. Wale mitunter inklusive!

Cape Breton Curiosity Shop: Kilts, Scottisch & Tartan Items und Celtic Jewellery in 296 Chlortet Street, Sydney

Alle Informationen zu Nova Scotia findest Du unter www.novascotia.com bzw. auf Facebook.

Auf Instagram posten wir täglich Eindrücke dieser Reise, welche mit der DxO ONE, einer perfekten TRAVELBRUNO Kamera, aufgenommen werden. Aber auch auf Facebook bist Du live dabei, wenn TUI Cruises erstmals in die USA geht.

Infos zu TUI Cruises und dem Premium Alles Inklusive Konzept, sowie aktuelle Positionen der Mein Schiff Flotte, findest Du unter www.tuicruises.com.

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