Unter weißen Segeln gen Horizont

Unter weißen Segeln gen Horizont

Star Clippers betreibt drei der größten Passagier-Segelschiffe der Welt. Ist das Flagschiff Royal Clipper derzeit im Guinness-Buch der Rekorde als größtes 5-Mast-Vollschiff der Welt aufgeführt, sind die zwei baugleichen Viermast-Schiffe Star Flyer und Star Clipper etwas kleiner aber umso gemütlicher. Davon konnte sich der traveller an Bord des Viermasters Star Flyer bei einer Schnupperkreuzfahrt selbst überzeugen.

Aus dem Logbuch, Tag 1:

Nach einem reibungslosen Transfer vom Flughafen Nizza nach Cannes, bleibt noch ein wenig Zeit den Hotspot der Cote d’Azur auszukundschaften. Es ist Mittag und ohne bevorstehenden Event wie dem beliebten Filmfestival, scheinen die Straßen von Cannes nahezu ausgestorben. Der Lebensstil der „Reichen und Schönen“ ist aber omnipräsent, glamourös auch die Häuser rund um den Hafen. Hier an der Promenade Boulevard de la Croisette scheint sich das geschäftige Kernstück der Stadt zu befinden, vorbei an dutzenden Ständen und dem Palais des Festival et de Congrés geht es weiter zum Gare Maritime, wo alle Luxusyachten „parken“. Und wo auch schon der Viermaster – meine Luxusherberge für die nächsten drei Tage – bereits anmutig empfängt. Bald heißt es also „Leinen los“ zur ersten Station Calvi auf Korsika: Wenn man erstmals Zeuge wird, wie diese Großsegel gehisst werden, alle Passagiere an Deck laufen, gebannt inne halten und die Matrosen auf Kommando synchron an ihre Werkzeuge eilen, bleibt einem fast der Atem stehen. Das angenehme Schaukeln beginnt, die Segel – bevor sie in richtiger Windstellung Fahrt aufnehmen – flattern mit den Möwen um die Wette, das Schiff legt sich leicht gegen die Wellen. Im Licht- und Schattenspiel der untergehenden Sonne, stehe ich nun mit einem Gläschen Champagner unter den vier riesigen Segeln und muss feststellen, dass es fast noch schöner ist, als selbst zu segeln.

Aus dem Logbuch, Tag 2:

Über Nacht erreichen wir die Französische Hafenstadt an der Nordwestküste Korsikas. Tenderboote bringen die Star Flyer-Gäste im Halbstundentakt nach Calvi, ich aber gehe noch auf Erkundungstour an Bord. Die Star Flyer beherbergt maximal 170 Passagiere in sechs Innenkabinen, 70 Außenkabinen – alle mit Marmor-Duschbädern und Klimaanlage ausgestattet – acht Deluxe-Deckkabinen mit direktem Zugang zum Deck und einer großzügigen Eigner-Kabine, Whirlpool inklusive. Und genau diese Eigner-Kabine nennt sich für diese Reise mein Eigen! Ich dachte nicht, dass diese Tatsache noch zu toppen wäre, aber ganz ehrlich – Liebe geht immer durch den Magen. Das elegante Restaurant punktet ohne Krawattenpflicht und mit freier Sitzwahl mit der besten Küche, die ich je an Bord eines Schiffes erleben durfte. Und gut gestärkt, lässt sich das neue Zuhause auch viel besser entdecken: Der Innenbereich ist mit dem edlen Teakholz sehr elegant und einladend, ein kühler Rückzugsort für laue Abende. Während den Sommerstunden geht es aber natürlich an die gemütlichen Liegen um die beiden Außenpools. Ich tauche gleich ein in den Müßiggang und lese an meinem Roman weiter, sollte ich mehr Lesestoff benötigen, finde ich in der bordeigenen Bibliothek – natürlich mit Kamin und exklusivem englischen Privatclub ausgestattet – ausreichend Lektüre. Völlig tiefenentspannt, hätte ich beinah den Zeitplan vergessen – los geht’s noch schnell an Land, um die Festung Calvis zu erklimmen. Denn von hier oben wird werde ich mit dem Postkartenmotiv par excellence belohnt, Ausblick auf Calvi und der davor ankernden Star Flyer inklusive.

Aus dem Logbuch, Tag 3:

Dass Star Clippers-Schiffe Anlaufhäfen abseits der Routen größerer Kreuzfahrtschiffe anbietet, heißt auch für meinen nächsten Stopp, mitten ins Herz Monte Carlos’s einfahren zu können. Dieses Mal mache ich mich gleich nach dem Frühstück auf, um alle top Sehenswürdigkeiten des Fürstentums – vom Casino-Palast, exotischen Gärten bis hin zum Formel 1-Tunnel zu besichtigen. Nach der sengenden Hitze und dem ganzen Trubel der Stadt – überdies bereitet sich Monte Carlo gerade auf die 25. Monaco Yacht Show vor – freue ich mich wieder zurück auf unser familiäres und heimeliges Schiff. Und die Crew freut sich sichtlich auch auf die Heimkehrer, denn Auffrischungstücher, kühle Cocktails und ein Snack-Buffet stehen schon bereit. Traditionell wird dieses Procedere jeden Tag hier an der Tropical Bar, dem Herzstück des Schiffes, für die „Rückkehrer“ vorgenommen. Wir verlassen den glamourös glitzernden Hafen und plötzlich ertönt ein Gong – die Crew läutet traditionell mit einer Handglocke das Abendessen ein. Obwohl ich zuvor beim Nachmittagssnack mit Backfisch & Co ein wenig übertrieben habe, stellt sich in der Sekunde Hungergefühl ein – herrlich, wenn man sich so zuhause fühlt und sogar der Appetit vom Küchenpersonal zeitlich festgelegt wird. Ich muss mich also um nichts mehr kümmern, oder gar viel denken – nur den Menüplan studieren und einfach genießen! Von Langeweile aber keine Spur, heute Nacht steht sogar noch eine Mode- und Tanzshow am Programm …

Von hier oben werde ich mit dem Postkartenmotiv par excellence belohnt, Ausblick auf Calvi und der davor ankernden Star Flyer inklusive.

Aus dem Logbuch, Tag 4:

Wehmut macht sich breit, vor mir liegt nur noch eine Nacht auf diesem Traumschiff. Doch der Ausflug zum Strand von St. Tropez lässt die Sehnsucht vergessen, auch die Stadt mit ihren Geschichten von Brigitte Bardot und Louis de Funès lässt mich gänzlich ins Savoir Vivre eintauchen. Eine abschließende Weinverkostung der fabelhaften Rosé-Weine der Cotes de Provence rundet die perfekt organisierte Exkursion harmonisch ab. Bei so spannenden Ausflugszielen auf den einzigartigen Routen von Star Clippers, empfiehlt sich bei den angeboten, sehr fairen Preisen in zumeist kleinen Gruppengrößen, in jedem Fall eine tägliche Exkursion vorab der Reise hinzzubuchen. Vor allem, weil immer noch genug Zeit bleibt, alle Annehmlichkeiten an Bord am Nachmittag auszukosten. Um seiner Lieblingsbeschäftigung, wie dem Lesen nachzugehen. Gymnasitk im Pool zu betreiben. Oder Jack Sparror nachzuspielen und über die Strickleiter hoch hinauf ins Krähennest zu klettern. Ich habe meinen Lieblingsplatz und –beschäftigung am Bug der Star Flyer gefunden. Im Netz baumelnd hänge ich direkt über dem Meer, mit dem Finger jederzeit am Kameraauslöser. Denn ab und zu zeigen sich ein paar Delphine, die vor uns hergleiten, als ob sie uns eine Richtung – vielleicht zum nächsten paradiesischen Stopp – vorzeigen würden. Es gibt wohl keine bessere Hängematte und bessere Reisebegleiter auf dieser Welt …

Informationen

Zur Star Clippers-Flotte zählen die baugleichen Viermaster „Star Flyer“ und „Star Clipper“ (Länge 115,5m/170 Passagiere/74 Besatzungsmitglieder) und der Fünfmaster „Royal Clipper“ (Länge 134m/227 Passagiere/106 Besatzungsmitglieder). Pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum folgt mit der FLYING CLIPPER Ende 2017 ein viertes Schiff für Star Clippers: Als größter Rahsegler der Welt, mit 5 Masten und 35 Segel und einer Gesamtsegelfläche von 6.350 Quadratmetern, wird der spektakuläre Neubau die Erfolgsgeschichte für Reeder Mikael Krafft fortsetzen.

Willst Du auch so eine Tour machen? Das aktuelle Programm für 2017 findest Du hier.

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