Wo die Idylle zuhause ist

Wo die Idylle zuhause ist

Die Stadt in Südtirol zeigt vor, wie Gegensätze verschmelzen und zu bunter Vielfalt werden können. Alpin trifft mediterran, Deutschsprachig trifft Italienisch – und dabei scheint jeweils das Beste von Allem zum Vorschein zu kommen.

700 Jahre alt – und dabei so gut aussehen! Das muss man erstmal schaffen. Das Zentrum mit der romantischen Flusspromenade und der historischen Altstadt als strahlendes Herz, stets geschmückt mit bunten Blumen und Sträuchern an jeder Ecke. Dazu saftig grüne Wiesen und mächtige Berge als Traum-Kulisse. So stellt man sich die perfekte Idylle vor. Doch hier werden nicht nur die Sinne im Übermaß verwöhnt, auch für den Körper ist die Gegend eine Wohltat. Denn Meran liegt in einem Tal, das auf der einen Seite von den 3.000ern der Texelgruppe geschützt ist und sich auf der anderen Seite in Richtung Bozen öffnet. Die Folge: ein besonders mildes Klima das ganze Jahr über, das im 19ten Jahrhundert auch schon Kaiserin Sissi hierher gelockt hat.

Ups and Downs

Begonnen hat aber alles schon viel früher, eben vor 700 Jahren, als Meran 1317 sein Stadtrecht bekommen hat. Damals entstehen viele bedeutende Gebäude, die heute noch zum Charme von Stadt und Region beitragen: Die Laubengänge, die Stadtmauer mit ihren Toren, Schlösser und Burgen. Als die Grafen Tirols dann im 16ten Jahrhundert jedoch entscheiden, dass sie lieber nach Innsbruck übersiedeln, verfällt die Stadt für lange Zeit in eine Art Schönheitsschlaf. Erst als Sissi 1870 zum ersten Mal zur Kur kommt, erwacht Meran wieder zu neuem Leben. Plötzlich wollen alle hierher: Adelige, Schriftsteller, Musiker. Also wird alles entsprechend auf Vordermann gebracht und die prächtigen Bauten der Belle Époque entstehen: Villen & Grandhotels, das Kurhaus & das Stadttheater, herrschaftliche Promenaden. Heute verschmilzt in Meran die Architektur vergangener Tage mit modernen Bauten, wie etwa dem stylischen Glaskubus der Therme Meran.

Gelebte Vielfalt

Generell prägen Kontraste und Vielfalt das Leben hier. Von den rund 40.000 Einwohnern ist ziemlich genau die Hälfte deutschsprachig und die andere Hälfte italienischsprachig. Praktisch jeder beherrscht aber auch die jeweils andere Sprache, und so entsteht immer öfter eine Vermischung aus beidem – gelebte Zweisprachigkeit also. Wie wunderbar sich Gegensätze ergänzen können, beweist in Meran schließlich auch die Natur. Während man in der Stadt auf die mediterrane Pflanzenwelt in den vielen Garten- und Parkanlagen trifft, tauchen im Hintergrund stets die schneebedeckten Berggipfel auf. Um dieses besondere Lebensgefühl, das harmonische Zusammenspiel der Vielfalt und die authentische Idylle so richtig spüren zu können, sollte man sich als Besucher hier vor allem eines Vornehmen: Genießen!

Zeit für Genuss

Ob beim Aperitif in der Fußgängerzone, bei der Pizza in einem versteckten, historischen Innenhof oder beim Eis-Essen an der Flusspromenade: Man kann einfach mal die Stadt auf sich wirken lassen, das eigene Tempo zurückschrauben und das positive Lebensgefühl aufsaugen. Sobald dann die persönliche Entschleunigung eintritt, ist man bereit seinen Genuss-Horizont zu erweitern. Denn in den Tälern und auf den Bergen in der Umgebung von Meran warten nicht nur gelebte alpine Bräuche und intakte Natur, sondern auch aufrichtige Gastlichkeit – und echte Charaktertypen, wie etwa der Christian vom

Schnalshuberhof in Algund

Der Bio-Pionier und Buschenschank-Wirt unterhält seine Gäste so gekonnt mit humoristischen Anekdoten aus seinem Leben, dass er auch glatt als Entertainer durchgehen könnte. Richtig emotional wird er aber dann, wenn er von seinen

Geheimtipps in der Natur erzählt: Da läuft ihm schon mal selbst die Gänsehaut auf, weil er die Schönheit der verborgenen Plätze Südtirols so detailliert schildert. Genießen sollte man im Schnalshuberhof übrigens die ausgefallenen Weine wie den „Fraueler“, die Knödel-Trilogie und natürlich den selbstgebrannten Schnaps.
Hoch hinaus. Auch wenn, oder gerade weil, die Kulinarik im Meraner Land eine so zentrale und köstliche Rolle spielt – Möglichkeiten zum Aktivsein gibt es hier ebenso zur Genüge. Sei es nun eine gemütliche Wanderung von Meran hinauf ins Dorf Tirol mit dem bekannten Schloss Tirol, oder eine wahre körperliche Herausforderung am Meraner Höhenweg. Dieser wohl berühmteste Bergwanderweg in Südtirol ist insgesamt rund 100 Kilometer lang und umrundet das Bergmassiv der Texelgruppe an deren Hängen. Je nachdem für welchen Abschnitt man sich entscheidet blickt man hinunter auf den grünen Talkessel von Meran, das Etschtal und den Vinschgau, das Passeier- oder das Schnalstal. Eines der vielen Highlights entlang des Weges ist die 1.000 Stufen Schlucht. In Partschins, nur ein paar Kilometer neben Meran, geht’s mit der Gondel zunächst hinauf auf knapp 1.600m, und dann startet die rund dreistündige Wanderung. Am Weg zur Schlucht führt sie mal schattig durch den Wald, mal über saftige Almen – und vorbei an mehreren urigen Berggasthöfen. Einkehren muss man hier eigentlich schon alleine wegen der fantastischen Aussicht.

Radeln leicht gemacht

Besonders authentisch, bequem und zugleich umweltfreundlich lässt sich das Meraner Land mit den E-Bikes erkunden. Ganze 35 Kilometer legt man mit Unterstützung des Elektromotors zurück, wenn man durch die malerischen Vororte Merans, die Weingärten und die Apfelplantagen der Umgebung radelt. Mit dem Guide kehrt man in urige Bauernhöfe ein, um hofeigene Produkte und Weine zu verkosten, Südtiroler Kultur zu erleben, Geschichten zu lauschen und die Menschen dahinter kennenzulernen. Das wohlverdiente Mittags-Picknick mit Südtiroler Spezialitäten und Wein wird im märchenhaften Garten von Schloss Pienzenau aufgetischt. Krönender Abschluss ist ein Kultur-Rundgang mit dem schrulligen Künstler Franz Pichler durchs Steinachviertel, den historischen Altstadtkern mit Spuren aus dem 12. Jahrhundert. Hier warten an jeder Straßenecke Geschichten aus vergangenen Zeiten darauf, erzählt und wieder zum Leben erweckt zu werden.

Noch mehr Idylle

Wem das an Idylle noch immer nicht reicht, der erkundet am besten auch noch die umliegenden Dörfer im Meraner Land. Da hätten wir Hafling, hoch oben am Berg, berühmt durch die Pferderasse der Haflinger. Oder Lana, die größte Apfelgemeinde Europas, mit einer entzückenden Innenstadt und der spätgotischen Pfarrkirche mit einem der größten Flügelaltare Europas. Wenn man dann schweren Herzens doch irgendwann die Heimreise nach Österreich antreten muss, plant man am besten ein bisschen mehr Zeit ein – und nimmt statt der Brennerautobahn den wunderschönen Weg übers Timmelsjoch. Übers Südtiroler Passeiertal geht es Richtung Grenze, dann zahlreiche Serpentinen hinauf bis auf gut 2.500 Meter, und auf österreichischer Seite wieder hinunter ins Ötztal. Ein standesgemäßer, idyllisch-atemberaubender Abschied aus dem Meraner Land.

Wichtige Informationen

Wo soll man schlafen?
Hotel Schwarzschmied****
Idyllischess Wellness- und Yogahotel.
Web: www.schwarzschmied.com

Villa Bergmann
Entzückend renovierte Villa aus dem Jahr 1873 liegt mitten in der Altstadt von Meran.
Web: www.villabergmann-meran.iht

Wo soll ich Essen?
Schnalshuberhof
Authentisch, urig und schon seit über 20 Jahren Bio! Geöffnet nur Do-So, unbedingt reservieren!
Fam. Pinggera, Oberplars 2, 39022 Algund.
E-Mail: schnalshuber@rolmail.net
Facebook: @schnalshuber

Pizzeria 357
Die wahrscheinlich beste Pizza in Meran. Sternekoch Andrea Fenoglio hat die Pizzeria letztes Jahr eröffnet, Einfach vorbeischauen, und die Wartezeit gegebenenfalls mit einem Aperitif an der Bar überbrücken.
Plankensteinstraße 3-5-7, 39012 Meran
Web: www.trecinquesette.it

Restaurant Meteo
Exquisites Essen, eine märchenhafte Lage, coole Gäste. Die Künstlerin Agata Erlacher und der Koch Thomas Strappazzon haben aus einem Touristencafé an der Meraner Winterpromenade einen hippen Treffpunkt für Genießer gemacht.
Winterpromenade 51, 39012 Meran
Facebook: @meteo.gilf.restaurant

Was kann ich Erleben?
Sissitours
So bequem und authentisch lassen sich Meran und seine Umgebung nur mit Sissitours erkunden. Mit dem E-Bike geht es rund 35km auf romantischen Radwegen rund um die Stadt, dabei lernt man Land und Leute so richtig kennen.
Web: www.sissitours.it

Biedermannhof
Im urigen Weinkeller der Familie Innerhofer verkostet man die regionstypischen Sorten. Schon seit Jahrhunderten wird in den Gewölben des Hofes Wein bester Qualität gekeltert, einst wurden diverse Klöster von hier mit Messwein versorgt.
Lebenbergstraße 1, 39010 Tscherms.
Web: www.biedermannhof.it

Therme Meran
Eine Wellness-Oase mitten im Zentrum der Stadt. Im Sommer lockt ein riesiger Außenbereich mit zahlreichen Pools, bei Schlechtwetter erholt man sich Indoor.
Web: www.thermemeran.it

Dieser Artikel wurde von unserem
Gastbruno dem ReiseIngo verfasst.

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