Die schöne Helena der Karibik

Die schöne Helena der Karibik

Zwei Vulkankegel in der Karibischen See, tropische Regenwälder, heiße Schwefelquellen, Wasserfälle, ein fotogener „Drive-in“ Vulkan, dazu eine Orgie schöner Strände gemixt mit lockerer kreolischer Lebensart - St. Lucia ist Karibik pur und noch viel mehr.

Die kleine Vulkaninsel hat eine bewegte Ge- schichte. 14 Mal wechselten sich Engländer und Franzosen als Besitzer ab, bevor die Insel 1979 in die Unabhängigkeit entlassen wurde. 170.000 Menschen leben heute in diesem sattgrünen Inselparadies von Landwirtschaft – vor allem Bananen und natürlich vom Touris- mus. Tolle Strände, eine breit gefächerte Ho- tellerie, grandiose Natur mit einem vielfäl- tigen Aktivangebot – Gründe genug, um auf Entdeckungstour zu gehen.

Castries und Saturday Night Reggae

„Yeahman“, typisch karibisch begrüßt uns Ta- xidriver Chris mit einem breiten Lächeln. Die Ankunft in Castries passt perfekt – Samstag ist großer Markttag. Also nichts wie rein in diese exotische Welt auf dem Obst-, Gemüse- und Handwerksmarkt, und auch „Caribelle Batik“, bekannt für farbenfrohen Seiden- drucke, steht dem lauten und fröhlichen Trei- ben um nichts nach. Mittelpunkt der Stadt ist übrigens der Derek Walcott Square, benannt nach St. Lucias Literaturnobelpreisträger Sir Derek Walcott.
Dann geht’s südwärts. Chris benötigt von Cas- tries zum südlichsten Punkt Vieux Fort mit seinem hochgelegenen Leuchtturm und einem kurzen Stopp in Laborie eine gute Fahr- stunde. Ein langer Sandstrand, Palmen, der kleine Hafen mit schaukelnden Fischer- booten, karibisch-bunte Häuschen, leben- diges Streetlife, das urige Mama Rose Restau- rant, typische Tonnengriller, aus der Bar wum- mernde Bob Marley Hymnen, das erste ein- heimische Piton Bier – wir sind in der Karibik angekommen!

Balenbouche Estate

Einige Kilometer nördlich von Laborie wartet auf dem Gelände einer ehemaligen Zucker- mühle aus dem 18 Jhdt. ein versteckt gele- genes Paradies auf die Besucher. Uta Laewitz und ihre Töchter haben das Anwesen vor dem Verfall gerettet und mit viel Liebe ein leben- diges Museum gestaltet und verwöhnen ihre Gäste in ihrem schmucken Anwesen. Das alte Plantagenhaus, in dem auch das Frühstück und Abendessen serviert wird, individuell ein- gerichtete Cottages, ein tropischer Garten, die alte Zuckermühle mit Riesenbäumen und zwei kleine einsame Strände warten hier auf Entdecker und Genießer.

Soufriere und seine Pitons

Gäbe es ein Ranking der beliebtesten kari- bischen Fotomotive – die Pitons, zwei 700 Meter hohe Vulkankegel nahe dem Städtchen Soufriere – wären diese sicher weit vorne. Der Petit Piton hat UNESCO Weltnaturerbe Sta- tus, der Grand Piton lässt sich je nach Kondi- tion, in zwei bis drei Stunden erwandern, ein
wunderbarer Rundumblick lohnt den schweiß- treibenden Aufstieg. Ebenso beeindruckend ist der gemütliche Tet Paul Nature Trail – die Vulkankegel immer im Blick. Nach der Wan- derung geht es sogleich zu den Soufriere Sul- phur Springs und zur Muskelau ockerung ins warme Wasser. Wie der aufgetragene Schwe- felschlamm die Haut um Jahre jünger werden lassen soll. Wellness extrem ist für jene ange- sagt, die sich unter der kalten Wasserfalldu- sche die letzten Schlammreste aus den Haut- poren spülen lassen. Dazu passt dann die Mit- tagsrast mit feiner kreolischer Küche im Stone eld Estate oder im Dasheene Restau- rant inmitten der Vulkanlandschaft perfekt. Lassen Sie sich auf St. Lucia die vielfältige kreolische Küche mit ihren typischen Gewür- zen und Gemüsen in keinem Fall entgehen! Und ein Besuch des „Drive-In“ Vulkans mit seinen Schwefelquellen und blubbernden Schlammlöchern sollte wie der nahe Bota- nische Garten mit prächtiger immergrünen Vielfalt auf keinem Tourplan fehlen.

Bounty Rum und kreolische Küche

Am nächsten Morgen geht es zum Schnor- cheln und Tauchen an die Anse Chastanet – ein echter Topspot für Unterwasserfreunde und alle die es werden wollen. Danach cruisen wir gemächlich die Westküste nordwärts und können uns an den vorbeiziehenden Bananen- plantagen, Zuckerrohrfelder und typischen Fischerdörfer nicht satt sehen. Anse La Raye ist so ein typisch verschlafenens karibisches Fischerdorf – nur Freitagabend geht hier beim Friday Fish Fry die Post ab. Gegriller Fisch, Bier, Rum, Reggae und Soca – fertig ist die Straßenparty! Praktisch, dass in der nahege- legenen Destillery bester Rum produziert wird. Führung und Verkostung sind eine abso- lute Empfehlung.
Und natürlich die berühmte Marigot Bay nicht zu vergessen. Die tief eingekerbte Bucht mit idyllischem Palmenstrand gilt unter Yacht- junkies als einer der schönsten Ankerplätze der Kleinen Antillen und wurde dereinst auch von Hollywood entdeckt. Für den Klassiker „Dr. Doolittle“, mit Rex Harrison, war Marigot Bay Kulisse, wo auch ganz in der Nähe in ei- ner weiteren Traumbucht der „Der Schatz der Karibik“ gedreht wurde.

Österreich auf St. Lucia

Nördlich von Castries liegen an der Westküste die schönsten Strände von St. Lucia. An einem der wundervollen Plätze betreibt der Österreicher Konrad Wagner mit dem Cala- bash Cove Resort & Spa wahrlich ein Schmuckstück eines Boutique Hotels. Luxuri- öse Water Edge Cottages mit feinen Junior Suiten, das Windsong Restaurant mit exzel- lenter Küche und 5* Blick auf die Bucht, Infinity Pool, Ti Spa, ein gep egter Garten mit Spazierwegen und die Bonaire Bay mit feins- tem Sand und türkisblauem Meer vor der Haustüre – dieses Resort belebt mit viel öster- reichischem Charme alle Sinne und ist gerade für Honeymooner die perfekte Location.
„Ich habe schon als junger Mann Österreich verlassen und nach Neuem gesucht, habe lange auf Jamaica gearbeitet, auf St. Lucia meine neue Heimat gefunden und nach vielen Jahren als Hotelmanager dieses Hotel aufge- baut. Das ist meine Berufung, so einfach ist das,“ erklärt Konrad, der im „Zweitberuf“ noch Honorarkonsul für die Republik Öster- reich auf St. Lucia ist.

Doppelmayrs Dschungelgondel

Voller Tatendrang kurven wir am nächsten Morgen hinauf in den Bergdschungel von Ba- bonneau. Wo uns dann Gondeln „Made in Austria“ fast lautlos durch und über den Dschungel bergan schweben lassen. Ein be- eindruckendes Erlebnis, das auf der „Bergsta- tion“ noch von einem kurzen Dschungeltrek und einer adrenalinreichen Zip Lining Tour gekrönt wird. Über 18 Plattformen, von Baum zu Baum, brausen wir an neun verschiedenen Zip Lines durch die Tropenlandschaft! Zu stressig? Dann vielleicht nur die Gondelfahrt wählen und sich auf einem Naturlehrpfad auf die Suche nach tropischen Vögeln, dem St. Lucia Papagei und Schmetterlingen machen. Oder nachmittags an der wildromantischen, fast menschenleeren Cotton Bay auf dem Pferderücken den karibischen Traum am Meer leben.

Friday Night Jump Up

Touristisches Zentrum im Norden ist Rodney Bay – vom kilometerlangen Sandstrand der Reduit Beach mit allen Wassersportvarianten bis zum mondänen Yachthafen, vom Shop- pingcenter bis zum Tanztempel, gibt es hier alles. Im verschlafenen Nest Gros Islet nebenan geht es wesentlich uriger zu. Ein typisches Karibikidyll mit nettem Strand, bunt bemalten Bars und kleinen Restaurants. Nur freitagnachts beim allwöchentlichen Jump Up Strassenfest „explodiert“ das Dorf und man taucht ein in Karibik unplugged. Uns zieht es weiter zum Pointe du Cap und in den Pigeon Island National Park, wo wir den Steig zu den Ruinen von Fort Rodney hoch- stapfen. Ein romantisches Plätzchen mit ko- stenlosem 360 Grad Rundum-Blick – unten in der Bilderbuchbucht startet gerade die „Black Magic“ zur abendlichen Sundowner Segelfahrt. Fehlt nur noch der Rumpunsch und chillen am Strand samt Sonnenunter- gangszeremonie. Spätestens hier und jetzt sind wir dem Rhythmus der Karibik auf St. Lucia vollends verfallen.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem traveller No. 16 | 2018.
Autor: Sabine Puchinger

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