Formosa wird jedes Mal famoser …

Formosa wird jedes Mal famoser …

... denn ich habe mich regelrecht in die schöne Insel im Westpazifik vor der Küste Chinas verliebt – und ich verliebe mich jedes Mal aufs Neue mehr. Zum dritten Mal innerhalb von eineinhalb Jahren hatte ich das Glück, meine Trauminsel zu besuchen – verzaubert hat sie mich wieder mehr. Und das liegt nicht nur daran, dass ich es aus Taipeh-Umgebung herausgeschafft habe und Orte, wie den Sun Moon Lake oder die alte Hauptstadt Tainan entdecken durfte. Taiwan bietet so viel und dank der täglichen Flüge mit EVA AIR ab Wien rückt diese bei uns weitgehend unbekannte Destination in angenehme Reichweite.

Endlich wieder gelandet – in Taiwan. Die Wiedersehensfreude war groß, schließlich ist es doch schon wieder mehr als ein halbes Jahr her, dass ich hier sein durfte. Und das bevorstehende Programm bot viel Neues.
Taipeh, die pulsierende Hauptstadt Taiwans, beeindruckt mich immer wieder. Seien es die freundlichen Menschen, die Mischung aus Traditionellem und Modernem, die zahlreichen Nachtmärkte oder das Essen, aufzuzählen gäbe es genug. Beeindruckend für mich ist die Sicherheit, die hier allgegenwärtig ist, egal, ob man tagsüber durch die Stadt spaziert oder sich mitten in der Nacht durch die 2,7 Millionen Einwohner-Metropole treiben lässt – Angst ist hier unbegründet, ich fühle mich 24 Stunden am Tag gut aufgehoben und sicher. Dies bestätigt mir auch ein befreundeter Journalist aus der Slowakei, der seit mittlerweile zwei Jahren in Taiwan lebt. Seine Motivation, aus Europa wegzuziehen war, ein sicheres Land zu finden, in dem er sich zuhause fühlt. Und das fand er nach Recherchen im Internet genau hier. Und das kann ich gut nachvollziehen.

Taipeh entdecken fällt leicht

Spazieren wir also ein wenig durch Taipeh. Grün ist es hier, sauber auch, die Zeit vergeht viel zu schnell, gibt es doch Unzähliges zu entdecken. Große Shoppingmalls laden zum Geld ausgeben ein, im National Palace
Museum könnte man Tage verbringen, beherbergt es doch mit rund 700.000 Objekten chinesischer Kunstwerke die weltweit größte derartige Sammlung, die Chiang Kai-Shek Memorial Hall im Zentrum Taipehs ist ein Muss für jeden Besucher, die stündliche Wachablöse vor dem Bildnis des langjährigen Präsidenten sollte man sich nicht entgehen lassen. Und dann ist da noch der alte Long-shan Tempel, der trotz seiner unzähligen
Besucher eine große Ruhe in der Hektik des Alltags ausstrahlt. Das Gegenstück dazu ist der moderne, 508 Meter hohe Taipei 101, die Fahrt mit dem Lift in den 89. Stock sollte man auf jeden Fall wagen, der Rundumblick über die Stadt ist atemberaubend. Lohnenswert ist in den frühen Abendstunden auch eine Fahrt mit der Maokong Seilbahn über die Dächer der Stadt, den Sonnenuntergang kann man hier in einem der zahlreichen Teehäuser besonders gut erleben. Und abends dürfen Besuche auf den zahlreichen Nachtmärkten nicht fehlen. Noch ein Tipp: Am Besten läßt man sich per Taxi von Ort zu Ort bringen, sie sind sauber, sehr günstig, allerdings ist es manchmal schwierig, mit Englisch durchzukommen. Daher am Besten mit Google Maps das Ziel am Handy vorzeigen!

Viel Natur rund um den Sun Moon Lake

Mit einem Hochgeschwindigkeitszug geht es ab Taipeh in nicht einmal einer Stunde zum rund 250 Kilometer entfernten Sun Moon Lake, dem größten See Taiwans. Mit einem Boot läßt sich das Panorama sehr gut ent-
decken oder man mietet einfach ein Fahrrad und strampelt gemütlich auf den toll aus-
gebauten Radwegen den See entlang – aber nicht wundern, wenn man überall Hochzeits-paare antrifft, denn der See ist einer der beliebtesten Orte für Hochzeitsfotos. Einen grandiosen Blick hat man auch von der
Tze-en-Pagode – dazu muss man allerdings 570 Stufen erklimmen … Wesentlich bequemer nach oben geht es mit einer Doppelmayr Gondelbahn zum Formosan Aboriginal Culture Village – besonders beliebt sind die Gondeln mit Glasboden. Nichts für Menschen mit Höhenangst.

Die alte Hauptstadt Tainan

Etwas beschaulicher und ruhiger als in Taipeh geht es in Tainan an der Südwestküste Taiwans zu. Von 1683 bis 1887 Haupstadt, ist Tainan heute eine moderne Großstadt, in der aber die Vergangenheit noch überall spürbar ist. Mehr als 300 Tempel vermitteln die traditionell chinesische Kultur in Taiwan, der bedeutendste unter ihnen ist der Konfuzius-Tempel aus dem Jahr 1665, lohnenswert ist auch der Besuch des Tempels der großen Himmelskaiserin mit den schönsten Tempelschnitzereien Taiwans. Unbedingt am Programm stehen sollten auch das Fort Zeelandia – die Herrschaft der Niederländer wird hier deutlich spürbar – und das Amping Baumhaus, von dem gesagt wird, dass es noch schöner sei als der berühmte Tempel in Angkor Wat in Kambodscha. Mächtige Banyan-Bäume haben sich im Laufe der Jahre das ehemalige Lagerhaus „zurückgeholt“ und beherrschen die Szenerie. Moderner geht es im Blueprint Cultural & Creative Park zu, wo viele Künstler und Designer ihre Werke ausstellen und man das eine oder andere ausgefallene Mitbringsel erwerben kann. Taiwan bietet viel, sehr viel, und ich komme sicher bald wieder …

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem traveller No. 24-25 | 2018

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