Kontrastprogramm rund um Belgrad

Kontrastprogramm rund um Belgrad

Vier Tage Serbien wurden zu einem abwechslungsreichen Kontrastprogramm zwischen Citytrip und Aktivreise und ich wusste am Ende der Reise: Dieses kleine Land im Osten Europas ist eine echte Empfehlung, das ich, was Natur, Sportangebot und Lifestyle betrifft, total unterschätzt habe.

Belgrad – urbaner Magnet

Das Abenteuer Serbien startet in Belgrad, einer verkannten Stadt wie ich meine. Ideal für einen Citytrip über ein verlängertes Wochenende oder als Startpunkt einer Rundreise. Die Stadt zwischen den zwei großen Flüssen, Save und Donau, ist geprägt von kosmopolitischer Aufgeschlossenheit, Kulturveranstaltungen, einem nicht enden wollenden Nightlife, interessanten Vierteln mit Kunst und Geschichte sowie unzähligen Shoppingmöglichkeiten. Auf unserer Sightseeing-Liste stehen der Platz der Republik, die Festung Kalemegdan und der Stadtbezirk Zemun. Der schönste Ausblick auf die Stadt erstreckt sich vom Gardos Turm, den man zu Fuß erreichen kann. Shopaholics kommen an der Hauptstraße Knez Mihailova, umrandet von vielen prächtigen Gebäuden, auf ihre Kosten, während im Design District gebummelt und gestöbert wird. Den Abend startet man in einem der vielen angesagten Restaurants. Etwa im „Radost fina Kuhinjica“. Das vegetarische Lokal mit orientalisch ausgerichteter Küche befindet sich in einer ehemaligen Wohnung bzw. im Innenhof eines Wohnhauses und ist nur auf Empfehlung zu finden.

Mountainbiken in der Ovcar-Kablar Schlucht

Wir satteln in Cacak die Räder, einer Stadt 150 Kilometer südlich von Belgrad. Gemeinsam mit Bikeguide Stefan bewältigen wir den Bike Kablar Trail in der Ovcar-Kablar Schlucht. Die Zapadna Morava bildet zwischen den Bergen Ovcar und Kablar einen Pass, der von drei ungewöhnlichen Mäandern verziert wird. Der Anblick erinnert an Jin und Jang. Der Pass ist durch Wander- und Radwege mit einer Gesamtlänge von 50 Kilometer vernetzt. Auf befestigter Straße geht es am Wasser entlang durch dunkle Tunnel und vorbei an grüner Landschaft. Schönes Panorama samt View Points inklusive. Nach der Mountainbiketour wechseln wir das Fortbewegungsmittel. Im Rahmen einer touristischen Schifffahrt geht es auf dem Fluss – der West Morava – weiter. Insgesamt zehn Klöster befinden sich in der Region. Einige sind nur über den Wasserweg erreichbar.

Kajaken auf dem Uvac

250 Kilometer südlich von Belgrad treffen wir im Naturschutzgebiet Uvac am Ufer des gleichnamigen Flusses unseren Adventure Guide Ivan. Der Anblick der sich dahinschlängelnden Uvac zählt zu den schönsten Panoramabildern Serbiens. Im Naturreservat kümmert man sich besonders um Gänsegeier, eine selten gewordene und gefährdete Art. Auch die Höhlen im Naturschutzgebiet sind beeindruckend. Eine Höhle reiht sich auf einer Gesamtlänge von sechs Kilometern an die nächste. Mit einem kleinen Motorboot geht es zuerst flussabwärts. Nach der einstündigen entspannten Bootsfahrt soll unser Abenteuer schließlich beginnen. Die Kajaks werden zu Wasser gelassen und in Zweier-Teams paddeln wir los. Über uns ziehen die ersten Gänsegeier ihre Kreise. Nach einer Stunde gönnen wir den müden Arm- und Schultermuskeln eine Pause, dafür werden die Beine wieder aufgeweckt. Die Gruppe wandert gemeinsam mit Ivan hoch zu einer Aussichtsplattform, deren Ausblick restlos begeistert. Der jahrhundertelange Kampf von Wasser und Stein hat zwischen den Abhängen der Berge Zlatar und Zlatibor eine Landschaft enormer Schönheit geschaffen.

Wandern in Despotovac

Die Karawane zieht weiter. 130 Kilometer südöstlich von Belgrad führt uns eine Wanderung um Despotovac bergabwärts zum Wasserfall Veliki Buk. Der 20 Meter hohe Wasserfall ist einer der schönsten ganz Serbiens. Diese Gegend ist auch bei Einheimischen gerade am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel. Die Wanderroute kann man individuell an seine Anforderungen anpassen, am besten jedoch mit einem Guide, da die Wege nicht gut beschildert sind. Im Restaurant „Vodopad“ am Fuße des Berges probieren wir Palatschinken mit Honig und Nüssen und lassen beim Nationalgetränk Sliwowitz unsere Eindrücke Revue passieren. Und sind uns einig: Serbien, wir kommen wieder.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem traveller – FACHBRUNO.
Autor: Silvia Tichler

Wichtige Informationen

www.serbien.travel

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