Zwischenstopp im reichsten Land der Welt

Zwischenstopp im reichsten Land der Welt

Laut dem „Global Finance Magazine“ liegt Qatar heuer auf Platz 1 der reichsten Länder dieser Welt. Der Kleinstaat auf der arabischen Halbinsel investiert seinen Reichtum aber nicht nur in Infrastruktur, Tourismus und die bevorstehende FIFA Weltmeisterschaft, sondern will auch kulturelles Zentrum der Golfregion werden.

Hier treffen futuristische Wolkenkratzer auf traditionelle Moscheen. Eingekauft wird in luxuriösen Shoppingmalls genauso wie auf dem authentischen Souq mit seinen exotischen Düften und bunten Farben. In der Wüste steigt man nach dem Dune-Bashing von riesigen SUVs auf entspannte Kamele um. Der Modernisierungskurs in Qatar ist nicht aufzuhalten, jedoch versucht die Herrscherfamilie dabei auch den Traditionen treu zu bleiben.
Mehr als ein Stopover. Viele Österreicher kennen Qatar und seine Hauptstadt Doha mittlerweile als klassische Stopover-Station auf dem Weg in den Urlaub. Schließlich expandiert Qatar Airways, die staatliche Fluggesellschaft des Landes, in den letzten Jahren rasend schnell und fliegt mittlerweile über 150 Destinationen auf sechs Kontinenten an. Wer also von Wien mit Qatar Airways nach Sri Lanka, Thailand oder nach Australien fliegt, der verbringt seinen Zwischenstopp zwangsläufig in Doha. Mehr als den – zugegeben ziemlich beeindruckenden und hypermodernen – Flughafen sehen dabei aber die wenigsten. Wobei im Moment aber der günstigste Zeitpunkt ist, den kleinen Staat auf der arabischen Halbinsel zu erkunden. Denn für jedes Stopover-Ticket von Qatar Airways gibt es noch bis 30. April 2018 eine Gratis-Übernachtung im 4* Premiumhotel dazu. Ideal also, um einen ersten Einblick in das reichste und derzeit wohl ambitionierteste Land der Welt zu bekommen.

Jung und reich. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war Qatar ein bitterarmes Land, die Ausbeute der Perlentaucher war die größte Einnahmequelle des Landes. Der erste Aufschwung setzte dann während des Zweiten Weltkriegs ein, als in Qatar Erdöl entdeckt wurde. Das Jahr 1971 hat das Leben im Emirat dann schließlich schlagartig und für immer verändert. Damals hat das Land nicht nur seine Unabhängigkeit von Großbritannien erlangt, es wurde auch das größte Erdgasfeld der Welt entdeckt. Mit einem Ausmaß von unfassbaren 25,5 Billionen Kubikmetern Erdgas könnte es den gesamten Weltbedarf noch für rund 270 Jahre decken. Dieser Fund hat Qatar nun innerhalb weniger Jahrzehnte einen sagenhaften Aufstieg und sagenhaften Reichtum beschert. Das Vermögen investiert die Herrscherfamilie al-Thani, mit dem 37-jährigen Emir Scheich Tamim Bin Hamad al-Thani an der Spitze, seitdem unter anderem in Infrastruktur, Tourismus und Mega-Projekte wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2022. Neben den acht WM-Stadien werden dafür auch extra drei U-Bahn Linien mit insgesamt mehr als 100 Kilometern Länge gebaut. Doch gleichzeitig soll Qatar auch als kulturelles Zentrum der Golfregion etabliert werden, mit einer Mischung aus lebendem Kulturerbe und zeitgenössischer Kunst. Dieser Mix aus Moderne, Tradition und Kultur macht das Emirat auch so einzigartig.

Gelebte Tradition. Wer sich also für einen verlängerten Zwischenstopp in dem faszinierenden Land und seiner Hauptstadt Doha entscheidet, für 48 Stunden oder mehr, dem seien einige Highlights besonders ans Herz gelegt. Eintauchen ins Alltagsleben und die Traditionen der Menschen kann man am besten im Souq Waqif. In diesem alten Marktviertel herrscht vor allem abends lebhaftes Treiben, es wird gefeilscht und gelacht, einheimische Männer in ihren traditionellen weißen Gewändern rauchen Shisha, Frauen lassen sich mit kunstvollen Henna-Tattoos bemalen. Sogar Falken gibt es hier zu kaufen, zählt doch die Falknerei zu den großen Traditionen in der arabischen Kultur. Mehrere Zehntausend Euro muss man für einen Top-Falken hier schon auf den Tisch legen, als Tourist kann man die Tiere am Souq aber auch einfach nur beobachten. Nach dem ausgiebigen Bummel durch die verwinkelten Gässchen hat man sich das orientalische Abendessen in einem der unzähligen Lokale dann auch wirklich verdient. Wer abschließend noch einen Blick auf die futuristische Skyline von Doha werfen will, der spaziert vom Souq hinüber zur so genannten Corniche. Von dieser Strandpromenade entlang der Bucht ist die Aussicht auf die Wolkenkratzer gegenüber besonders spektakulär.

Kunst und Action. Unbedingt einplanen sollte man auch einen Besuch im „Museum für Islamische Kunst“, das auf einer künstlich errichten Insel vor der Skyline von Doha liegt. Schon alleine das Gebäude ist eine Attraktion für sich und liefert unzählige Fotomotive, schließlich wurde ja auch Star-Architekt I.M. Pei mit der Gestaltung des Museums beauftragt. Gezeigt werden hier übrigens islamische Kunstwerke und Objekte aus der ganzen Welt. Neben zahlreichen weiteren Museen und vielen Kunstobjekten im öffentlichen Raum hat die Herrscherfamilie al-Thani auch noch ein ganzes Kulturdorf errichten lassen. Im „Katara“ finden Theater- und Opernaufführungen, Konzerte und Filmfestivals statt, dazu gibt’s auch eine große Auswahl an Kulinarik. Für alle, die auf mehr Action stehen, heißt es ab in die Wüste! Eine adrenalingeladene Fahrt im Geländewagen über die Dünen, das Dune-Bashing, gehört zu einem Besuch in Qatar einfach dazu. Während einer solchen Wüstensafari kann man auch noch auf Kamelen reiten, Sandboarden oder selbst mit dem Quad über die Dünen jagen. Ein ganz besonderes Erlebnis ist schließlich der Sonnenuntergang in der Wüste sowie das anschließende Barbecue unter dem Sternenhimmel.

Exklusives Shopping

Während am Souq ganz traditionell eingekauft wird, findet man in den Shoppingmalls in Doha sämtliche Luxusmarken. Ob es nun die Villagio-Mall ist, die ganz im Stile von Venedig errichtet wurde – inklusive dem Gondoliere am künstlichen Indoor-Kanal, oder die stylische Mall auf der künstlichen Insel „The Pearl“. Auf dieser Insel findet man übrigens auch einige der schönsten Strände in Qatar, sowie zahlreiche Luxushotels, einen Yachthafen und Spitzen-Lokale. Wem bei all dieser Vielfalt ein kurzer Zwischentopp nicht reicht, der kommt am besten einfach nochmal wieder!

Skyline. Futuristische Wolkenkratzer bilden die Skyline von Doha.
The Pearl. Eine künstliche Insel mit mediterranem Flair.
Souq Waqif. Der Bazar im alten Zentrum von Doha.
Museum of Islamic Art. Das Museum zählt zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Qatar.
Dhow-Cruise. Auf den traditionellen Holzbooten den Sonnenuntergang erleben.
Wüstensafari. Richtig viel Action gibt’s beim so genannten Dune-Bashing.
Falknerei. Sie ist Beduinentradition und Teil der arabischen Kultur.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem traveller No. 48 | 2017
Autor: ReiseIngo

Dieser BRUNO wurde von der Europäischen Reiseversicherung versichert.

Wichtige Informationen

Anreise
Qatar Airways Die staatliche Fluggesellschaft des Landes Qatar wurde heuer schon zum vierten Mal vom Bewertungsportal Skytrax als beste Airline der Welt ausgezeichnet. Von Wien geht es aktuell zwölfmal pro Woche mit dem Boeing Dreamliner nach Doha. www.qatarairways.com/at

Schlafen
Souq Waqif Boutique Hotels by Tivoli. Insgesamt neun wunderbare Boutique-Hotels liegen inmitten des historischen Souq Waqif, gegenüber der beeindruckenden Skyline von Doha und nur wenige Gehminuten von der Corniche entfernt. Die Mischung aus modernem Style und arabischer Eleganz, dazu die Lage direkt im Marktviertel – das macht die Hotels so besonders. Nach einem Sightseeing-Tag in Qatar entspannt man in den eleganten Zimmern, im hauseigenen traditionellen Hamam oder in einem der Restaurants. Besonderes Highlight: Das mehr als ausgiebige Frühstücksbuffet, inklusive arabischer Köstlichkeiten. www.minorhotels.com

Essen
The Secret Garden. Im Kempinski Marsa Malaz Hotel befindet sich eine der schönsten Locations in Doha. The Secret Garden ist eine versteckte Oase, die für alle Sinne was zu bieten hat. Die Rooftop Bar bietet einen atemberaubenden Blick über die künstliche Insel The Pearl, während die Ohren mit hippen DJ Beats verwöhnt werden. Bei dem „Eats & Beats“ Late-Brunch legt sich der Chefkoch mit einem 5-Gang-Menü so richtig ins Zeug. Facebook @thesecretgardenillusiondoha

zurück zur Übersicht