Amore Mio, Acqua alta und venezianischen Spezialitäten

Amore Mio, Acqua alta und venezianischen Spezialitäten

Venedig ist touristisch, teuer und total überlaufen. Ja stimmt alles, doch gibt es auch die anderen Ecken dieser Stadt, das Venedig der Venezianer. Das bezaubernde Venedig abseits der ausgetrampelten Touristenpfade. Bei der ersten Reise in die Lagunenstadt gehören natürlich auch die klassischen Sehenswürdigkeiten wie Dogenpalast und Markusplatz einfach dazu. Doch möchte ich Dir zeigen, dass Venedig noch mehr zu bieten hat, auch kulinarisch. Denn in den Restaurants direkt am Canal Grande sitzt man zwar traumhaft schön, das war es dann aber auch schon. Die überteuerten Restaurants mit dem klassischen Menu Turistico kann man getrost links liegen lassen, denn hier verpasst Du sicher nichts.

Doch zunächst zurück zu den sehenswerten Orten der Stadt. Die klassischen Sehenswürdigkeiten werde ich Dir in diesem Artikel nicht vorstellen, denn diese findest Du in jedem normalen Reiseführer. Doch möchte ich Dir mehr über meine Lieblingsplätze in Venedig erzählen und dazu gibt es meine kulinarischen Geheimtipps für die Lagunenstadt.

Genieße den Ausblick vom Campanile de San Marco

Der Campanile de San Marco ist der Glockenturm des berühmten Markusdoms, direkt auf dem Markusplatz. Wahrlich kein unbekannter Ort, doch wenn Du gleich Morgens einen der ersten Aufzüge hinauf erwischst, oder einen der letzten nimmst bevor der Campanile schließt, hast Du die Chance den Ausblick von Oben ganz alleine genießen zu dürfen. Und ich kann Dir sagen, der Ausblick vom höchsten Gebäude Venedigs ist grandios. Der Blick auf die Serenissima ist für mich jedes Mal auf ein neues atemberaubend. So klein erscheinen auf einmal die Touristen auf dem Markusplatz und die Gondeln auf dem Canal Grande wirken wie kleine Spielzeugschiffchen. Doch kann man von hier oben die unzähligen Kuppeln, Dachterrassen und versteckten Gassen der Stadt überblicken.

Entdecke das nächtliche Venedig

Der Markusplatz ist für mich einer der schönsten Plätze Venedigs. Das meine ich völlig Ernst. Allerdings nur bei Nacht! Denn dann ist der Markusplatz häufig wie ausgestorben und Du kannst den „Salon Europas“, wie der Platz auch gerne genannt wird, auch wirklich genießen. Die Fassade des Markusdom, des Campanile und den Prokuratien wunderschön beleuchtet, ist der Platz nachts einer der romantischsten Orte Venedigs.
Doch nicht nur der Markusplatz lockt Nachts in Venedig. Wenn die meisten Touristen ans Festland in Ihre Hotels zurückgekehrt, oder beim Abendessen sind, dann gehört die Stadt den Venezianern. Und genau dann solltest Du losziehen und die Stadt erkunden, denn dann zeigt sich La Serenissima von ihrer schönsten Seite.

Mache einen Ausflug nach Burano und Murano

Das Schönste an Venedig sind für mich die kleinen Inseln in der Lagune. Allen voran Burano mit seinen bezaubernden bunten Häuschen, die den Fischern einst den Weg nach Hause zeigten. Heute lassen sie jedes Fotografenherz höher schlagen. Doch ist Burano auch ein Highlight für jeden Foodie, besonders das Ristorante „Ai Cesendeli“ mit seinen kleinen Tischchen direkt am Kanal hat es mir angetan.
Murano ist nicht ganz so bunt wie Burano, hat einen etwas raueren Charme, ist aber nicht weniger schön. In den Auslagen der Geschäfte findest Du Bezauberndes aus Murano-Glas und hübsche Schmuckstücke. Doch seine schönste Seite zeigt sich in Murano in den kleinen Seitengassen fernab der Touristenmassen, also lass Dich einfach treiben!

Genieße die süßen Sünden Venedigs

Wenn die Venezianer irgendetwas können, dann ist es auf jeden Fall Kochen. Pasta, Risotto und natürlich Dolci – die süßen Sünden des Lebens.
Tiramisu esse ich eigentlich nur wenn es nach dem Rezept meiner Oma gemacht wurde. Das Rezept wird bei uns von Generation zu Generation weitergegeben. Doch eine Ausnahme mache ich und zwar im I Tre Mercanti in Venedig. Der kleine Feinschmeckerladen im Herzen des Stadt verkauft neben Balsamico, Parmesan und frischem Pesto nämlich ein fantastisches Tiramisu.
Und was wäre Venedig ohne Gelato? La mela verde ist nicht nur die beste Eisdiele Venedigs, sondern eine der besten die ich kenne. Hier wird das Eis noch wirklich frisch aus edlen Biozutaten zubereitet. Neben Klassikern wie Schokolade, Erdbeere und Co. locken hier aber auch ausgefallene Sorten. Besonders empfehlen kann ich Dir das Ricottaeis mit frischen Feigen und Pistazie.

Stöbere in den Büchern der Libreria Acqua Alta

Die Libreria Acqua Alta, der schönste Buchladen Venedigs, hat es irgendwann aufgegeben gegen das ständige Hochwasser (Acqua alta) in der Stadt anzukämpfen. Stattdessen werden die Bücher heute in wasserfesten Behältnissen gelagert. So findest Du in dem kleinen etwas chaotischen Buchladen Bücher in einer Badewanne, in einer venezianischen Gondel und in anderen ungewöhnlichen Behältern. Viele von den alten Büchern haben Wasserschäden. Doch findet man hier noch einige wirklich ausgefallene Raritäten und von der Büchertreppe im Hinterhof genießt man einen traumhaften Blick auf die Kanäle der Stadt.

Dai, andemo a bever un’ombra

Um die Mittagszeit hört man wohl keinen Satz öfter in den Strassen von Venedig als „Dai, andemo a bever un’ombra“, was so viel heißt wie „auf ein Gläschen in den Schatten gehen“. Mit Gläschen ist das Glas Wein gemeint und das trinkt man in einer der bacari, einer der traditionellen Weinschänken der Stadt. Dazu isst man ein paar Cicchetti, kleine Häppchen wie Crostini Baccalà Mantecato (Crostini mit Stockfischpüree), Crostini Sardèle in Saór (Crostini mit marinierten Sardinen), frittierte Zucchiniblüten oder Arancini. Fantastische Cicchetti gibt es sowohl im All’Arco, als auch im Al Merca und im Do Mori, dem ältesten bacaro der Stadt.

Risi e bisi – es dreht sich alles um die kleine grüne Erbse in Venedig

Nicht nur Cicchetti isst man in Venedig, das ist nur der Anfang. Danach folgt der Primo, ein Nudel- oder Reisgericht, der Hauptgang (Fisch oder Fleisch) und natürlich das Dessert. Unter drei Gängen geht in Venedig gar nichts. Ein absoluter Klassiker als Primo ist Risi e bisi, das als Nationalgericht Venedigs gilt. Eigentlich ein ganz einfaches Gericht. Wenn es mit qualitativ hochwertigen Zutaten frisch zubereitet wird ist es jedoch ein absolutes Gedicht, dass Du auch zuhause ganz schnell nachkochen kannst.

Zutaten für Risi e bisi für 4 Personen:

  • 60 g Butter
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 Schalotten
  • 100 g Pancetta
  • je 1 Handvoll Petersilie und Minze
  • 300 g Vialone Arborio Reis
  • 1 kg frische Erbsenschoten
  • 1,5 l Gemüsebrühe
  • Salz, frischer schwarzer Pfeffer
  • 75 g Parmigiano Reggiano
  • Zubereitung des Risi e bisi:
    Zuerst die Schalotten schälen und fein würfeln. Dann den Pancetta in feine Streifen schneiden. Die Erbsen pulen, die Kräuter waschen und fein hacken. Den Parmesan reiben.
    Nun erhitzt Du die Hälfte der Butter mit dem Olivenöl in einem großen Topf und dünstest darin die Schalotten an. Dann den Pancetta und die Petersilie zugeben. Die Hitze reduzieren und den Reis zufügen. Den Reis unter Rühren dünsten bis er leicht goldgelb ist.
    Nun die Erbsen unterheben und das Ganze mit der Brühe ablöschen. Das Risi e bisi etwa 15 Minuten unter ständigem Rühren köcheln lassen. Der Reis sollte weich aber noch bissfest sein.
    Das Risi e bisi zu guter Letzt mit etwas Salz und frischem Pfeffer abschmecken. Die restliche Butter und 2-3 Esslöffel fein geriebenen Parmesan unter das Risotto heben.
    Den Reis noch 2 Minuten durchziehen lassen, dann die frisch gehackte Minze unterheben und das Risi e bisi auf Tellern anrichten. Den restlichen Parmesan kannst Du extra dazu reichen.

    Wichtige Informationen

    Gemeinsam mit Reisehappen kulinarisch um die Welt. Falls Du noch weitere Rezeptklassiker benötigst, dann schaue bei www.reisehappen.de vorbei.

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