Beim Teutates…

Beim Teutates…

... halt falsche Baustelle. Hier sind wir eher in der Welt von Ogoh Ogoh. Im Rahmen meiner Reise mit Hapag-Lloyd Cruises auf der MS EUROPA 2 – davon habe ich bereits in der Ausgabe v. 26. April erzählt – mit Endstation Benoa, ging meine Tour also auf Bali noch ein paar Tage an Land weiter. Mit Kopi Luwak, Mola Mola, Fledermäusen, Sate, Kokosnüssen und, und, und ...

Padangbai, Agung & Katzenkaffee

Auf Bali angekommen, fiel unser erster Blick auf den Vulkan, der ein bisschen Rauch aus seinem Krater steigen ließ. Es dürfte sich aber nur um ein kleines „Zigaretterl“ gehandelt haben, denn der Qualm war rasch wieder ausgedämpft. Auf Bali gibt es viel zu sehen, was einen Aufenthalt von knapp zehn Taggen zum Stress werden lässt und die Frage aufwirft: Wo anfangen? Einfach tief einatmen, das einzigartige Flair genießen und in diese fantastische Kultur eintauchen. Denn nur so erlebt und spürt man die Faszination, die von der Insel der Götter ausgeht. Die Tempel, den Monkey Forrest mit seinen sehr zutraulichen Äffchen und natürlich den schon angsprochenen dampfenden Agung. Ein Ausflug zum Vulkan ist wahrlich ein beeindruckendes und brodelndes Abenteuer. So muss unser Planet entstanden sein, dieser Gedanke geht mir beim Betreten des getrockneten Lavafeldes – kostenlos möglich – spontan durch den Kopf.
Tempel gibt es auf Bali an allen Ecken und Enden, von jenen am Meer gelegegen – im Sonnenuntergang fantastische Fotomotive – sind viele nur bei Ebbe zu erreichen. Andere wiederum sind das Heim tausender Fledermäuse, diese Fledermaushöhlen dürfen zwar nicht betreten werden, ein Blick von außen auf die in Trauben von der Decke hängenden „Batmen“ ist schon beeindruckend, vom Lärm, den diese Fledertiere machen, mal ganz abgesehen.
Bali an sich ist noch sehr traditionell, und das ist gut so. Das Tragen eines Sarongs beim Besuch der vielen heiligen Stätten gehört einfach dazu und ist auch für den fremden Besucher eine Selbstverständlichkeit. Auch in der Küche werden Traditionen gepflegt und hochgehalten, Essen auf Bali wird zelebriert und schmeckt zum Niederknien. Sate Spieße mit Erdnusssauce haben für mich Suchtpotenzial und sind als „light lunch“ und bestgehütetes Geheim-Rezept einer Oma aus Padangbai, die nahe des OK Divers Resort & Spa täglich dieses köstliche Fingerfood verkauft, mit nach Wien geflogen.

STOPP! No Happiness allowed

Ein Tag ohne Licht, Feuer, Internet, Lachen und Spaß, also ohne allem, ach wie schön wäre das. STOPP. Ich hab das nur laut vor mich hin gesagt, ich will das nicht. Einen Tag lang kein Internet, will man mich wegsperren? Digital ist doch phänomenal, wie erst kürzlich im traveller geschrieben stand. Nicht auf Bali, zumindest einmal im Jahr zum Nyepi Day, dem höchsten Feiertag, kommt auf der gesamten Insel alles zum Erliegen. Sogar der Flughafen von Denpasar schließt seine Pforten. Am Vorabend verabschiedet man sich mit einer großen Parade und der Präsentation der selbstgebastelten Ogoh Ogoh Statuen von allen Annehmlichkeiten und dann? Ja, dann ist alles aus – 24 Stunden lang. Auch die Hotels halten sich strikt ans „Licht- und gute Laune-Verbot“, jeder Gast wird gebeten, ebenso
respektvoll am Nyepi Day teilzunehmen. Spazieren auf den Straßen? Nein. Schwimmen im Pool? Nein. Darf ich atmen? Ja, aber bitte leise, denn Zuwiderhandeln wird mit hohen Strafen geahndet. Die Stadtpolizei informierte im Vorfeld über alles, was verboten ist, wirklich erlaubt ist in diesen 24 Stunden eigentlich nichts. Unterhaltungen im Flüsterton, kein Licht im Zimmer (was etwa den nächtlichen Weg zur Toilette zur Herausforderung machte) und kein Internet, was nicht nur die Kommunikation stilllegte, sondern auch jegliche Information für 24 Stunden stoppte. Rasch machten sich Entzugserscheinungen und nervöses Zucken bemerkbar, aber nachträglich betrachtet war genau dieser auf Null gestellte Tag der entspannteste der letzten Jahre. Ach ja, ich hab mich nicht ganz ans Lichtverbot gehalten, ich wollte nur rasch ein paar Schnappschüsse bearbeiten. Durchs Fenster mit heruntengelassener Jalousie sah man meinen auf tiefstem Helligkeitswert geöffneten Laptop und schon klopfte man mit der Bitte den Computer zu schließen, an meine Hoteltür.

Mola Mola & Manta

Neben der Erkundung der Insel und der vielen Tempel stand auch die Unterwasserlandschaft im Fokus meiner Recherche.
Bekannt im Taucherkreis ist Crystal Bay, wo sich die seltenen und gigantischen Mola Molas, auch als Mondfische bekannt, befinden. Leider sind diese hier nur im Herbst so gut wie garantiert, weshalb ein Ausflug im März, als ich dort war, nicht angeboten wurde. Nicht minder spektakulär ist auch der „Manta Point“. Die größten Rochen sollen sich hier und nicht auf den Malediven tummeln! Also ging es mit dem Speedboat von Padangbai ca. 90 Minuten zum Spot und wie auf Ansage waren auch gleich fünf Giganten um uns. Einer von ihnen machte dieses Erlebnis zu einem besonderen und unvergessenen, denn auch ein „Black Panther“ war mit dabei. Damit ist ein komplett schwarzer Manta gemeint, der nicht einen einzigen weißen Pigmentfleck aufweist.

Unterwasser gibt es auf Bali neben vielen Kleintieren und unzähligen Schnecken in den buntesten Farben auch Anglerfische und Blätterfische zu sehen. Vereinzelt wuseln noch große Riffdackel, also Weiß-Spitzen-Riffhaie, um einen herum. Tauchen auf Bali ist aber nicht immer easy going, Strömungen ändern oft und ziemlich abrupt, was auch die Entstehung von sogenannten „Waschmaschinen“ fördert. Einen besonderen Spot möchte ich erwähnen: TULAMBEN. Hier taucht man über schwarzen Sand und vorbei an der US Liberty (eines der bekanntesten Wracks) und kann hier ganz viele Makrotiere beobachten, wie sonst selten wo. Und nachts tummeln sich hier die raren stationären Büffelkopfpapageifische, was einen Nachttauchgang besonders schmackhaft macht.

Flug im Pyjama

Der Heimflug von Bali führte mit Qatar Airways über Doha nach Wien. Ich war ja mit der EUROPA 2 auf Bali angekommen, hatte also keine Vorstellung wie der Flughafen auf der Insel der Götter aussieht und welche Shopping- und Dining Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Nach zwei Stunden Transfer von Padangbai, vorbei an den letzten Reisplanatagen und freilaufenden Hühnern, ging es zum Check-In am International Airport in Denpasar. „Where Am I?“, ging es mir durch den Kopf, denn der komplette Airport gleicht einem noblen Shopping Center mit modernster Cousine. Das Check-In am Schalter von Qatar Airways ging zügig voran und die letzte Koksnuss am Gate war rasch ausgetrunken, bevor es zu meinem Platzerl in den Flieger ging. Mehr als ein kleines Platzerl, denn den neun Stunden Flug von Denpasar nach Doha wurde in der Business Class mit köstlichstem Abendessen genossen. Da es sich um einen Nachtflug handelte, erhielten wir einen flauschigen Schlafanzug. Der Aufenthalt in Doha war nicht allzulang, die zwei Stunden saß ich bequem auf einer Backe im feinen Pyjama – warum ausziehen, dachte ich – am modernen
Hamad Airport von Doha ab, bevor es im Dreamliner finaly nach Wien ging. Ein Flug mit Qatar Airways in der Business Class ist eine äußerst erholsame Reiseform und lässt zu, nach einer derartig langen Reise ohne Jetlag in Wien anzukommen. Bali sieht mich defintiv bald wieder und auf die sechsstelligen Rechnungen mit Summen wie 992.987 Rupiahs für Sate, Fisch, Kokosnüsse und Dessert freue ich schon jetzt.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem traveller No. 26-27 | 2018

Wichtige Information

Qatar Airways fliegt täglich von Wien nach Doha und bis zu zweimal täglich von Doha nach Denpasar
Tauchen auf Bali: www.okdiversbali.com

Mehr über Chaluk unter www.chaluk.com

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