Pscht – Marlene flüstert gerade!

Pscht – Marlene flüstert gerade!

Für viele Menschen ist die Dominikanische Republik die Traumdestination schlechthin. Von Mitte Jänner bis ca. Mitte März kommen aber auch Buckelwale in die Bucht von Samaná, um dort Nachwuchs zu zeugen oder zu gebären. Gemeinsam mit dem Dominikanischen Republik Tourist Bord, Condor und der diesjährigen „Walflüstererin“, Marlene Rybka, ging es zum großen Schaulaufen dieser sanften Meeresriesen.

Let Me Entertain You

Mit Condor ging es via Frankfurt nach Santo Domingo. Auf unserem rund zwölfstündigen Flug verwöhnte uns ein kulinarisches Premium Menü und für den weiteren Zeitvertreib stand das Entertain Package zur Verfügung. Damit wurde die Anreise zu einer angenehmen und kurzweiligen Angelegenheit. Nach der Ankunft ging es mit dem Bus zwei Stunden weiter Richtung Samana, wo wir im Yacht Club und Hotel „The Bannister“ eincheckten und uns das Lächeln der diesjährigen Walflüsterin bereits sehnlichst erwartete. Marlene Rybka, Gründerin von Couchabenteurer, wurde im Rahmen des Contests auf Facebook vom Dominikanischen Republik Tourist Bord Deutschland ausgewählt, und zu einer vierwöchigen Reise nach Samaná entsandt. Um dort die Arbeit zum Schutz der
Buckelwale zu dokumentieren und auch, um live zu bloggen. Alle Postings, Videos und Beiträge dazu findet man unter dem Hashtag #Walflüsterer in den sozialen Netzwerken.
Neben der Arbeit mit CEBSE (Center Of The Conservation And Eco-Development Of Samaná Bay) und Whale Samaná, begleitete sie uns auf Märkte, ins El Capito, ein cooles Restaurant auf einer Klippe, und unternahm mit uns auch
einen Ritt zu den El Limon Wasserfällen.

Los Haitises Nationalpark

Wer in Samaná ist, ist nur einen Katzensprung vom Los Haitises Nationalpark entfernt. Es gibt viele Anbieter, die mit Speedboat (inkl. Guide in diversen Sprachen) einen Tagesausflug in diesen Park voll mit Fregatte-Vögeln, Mangroven und Höhlen mit Höhlenmalereien aus vergangenen Zeiten, veranstalten. Die Stimmung an Bord ist bereits die erste Attraktion, denn es wird zu karibischen Klängen nicht nur getanzt, sondern auch kräftige Cola-Rum Mischungen ausgeschenkt … Wer dann noch immer nicht genug hat, kann zwei Stunden am Strand von Cayo Levantado, dort gibt es ein BBQ für alle Gäste, bei Pina Colada in frischen Ananas, den Tag ausklingen lassen, bevor es dann sehr heiter und beschwingt wieder retour nach Samaná geht.

Hear him Singing

Wer in Samaná den Namen Kim Badell nicht kennt, ist entweder ein Touri oder erst kürzlich angereist. Die seit langem sich dem Schutz der Wale widmende Chefin des Vereins „Whale Samaná“ lud uns zu einer Beobachtungstour ein und erzählte uns Allerelei über diese fantastischen Tiere. Wie erkennt man die verschiedenen Exemplare und welches Tier war schon mal da und welches nicht? Vieles mehr erfährt man dann, wenn man mit Kim an Bord ist. Wusstest Du etwa, dass der Buckelwal seinen Namen bekommen hat, da er der einzige Wal ist, der beim Abtauchen einen Buckel macht? Oder dass seine Seitenflossen bis zu fünf Meter groß werden können? Auch was das Beobachten der Wale angeht, sind Kim und ihr Team Profis. Die Einhaltung des Circles ist wichtig, da dieser den Schutz der Tiere garantiert, „private Boote“ sind daher ein Dorn im Auge, da sie viel zu nahe an die Wale heranfahren. Auch Kreuzfahrtschiffe sind eine Gefahr. Sie dringen mit zu hoher Geschwindigkeit, gerade während dieser Jahreszeit, in die Bucht ein. Ehrlich, es sind nur drei Monate, ist es denn wirklich notwendig, hier mit Schiffen zu ankern? Kollisionen sind vorprogrammiert, da ein Ausweichen der Tiere nicht mehr rechtzeitig möglich ist. Leider wahr …

Wer Chaluk, also mich, kennt, weiß, dass mein USP Tauchen ist. Mit den Tieren ist dies in Samaná leider verboten, und das ist gut so. Es gibt eh unzählige schöne Spots zu betrachten. Mir ging es aber um die Humpbacks, wie sie im Englischen heißen. Nur, wie kann man die Schönheit der Tiere zeigen, um den Appell an alle zu richten, diese Geschöpfe zu schützen, wenn man keine Aufnahmen hat? Kim höchstpersönlich half mir, diese notwendigen Ablichtung zu bekommen. Mehrere Stunden bei hohem Seegang, leichte Übelkeit kam auf, wartete ich vergeblich auf den Wal und gab bereits den Abbruch bekannt. Also kein Foto dieser stillen Meeresriesen, doch dann hörte ich ihn singen. Ich sah weiß aufschäumendes Wasser unter unserem Boot emporsteigen und plötzlich sprang dieser eine Wal – groß und mächtig und nur für mich – aus den Fluten. Kurz danach blieb er unter unserem Boot starr stehen, was diese eine Unterwasseraufnahme ermöglichte. Mein Kopf war sogar unter Wasser, was mir ermöglichte, seinen Gesang zu hören. Dies war ein Moment der absoluten Vollkommenheit, der mir die Tränen in die Augen trieb. Kann es etwas Schöneres geben, als die Natur in ihrem Urzustand zu genießen? Nein, kann es nicht!

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem traveller NO. 23 | 2018

Wichtige Informationen

Das Tagebuch der Tour ist unter magazine magazine.chaluk.com nachzulesen.
www.walfluesterer.de
www.condor.at
www.thebannisterhotel.com

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