Sonnenskilauf in den kanadischen Rocky Mountains

Sonnenskilauf in den kanadischen Rocky Mountains

Heli-Skiing, Champagne Powder und grandiose Freeride-Hänge. Die Wintersportgebiete im Westen Kanadas sind ein riesiger Spielplatz für wahre Ski- und Snowboard-Enthusiasten. Besonders intensiv und bequem zugleich erlebt man sie auf einer geführten Skisafari. Wir waren auf Einladung des Stumböck Clubs und Travel Alberta mit dabei.

Sehr viel Schnee, sehr wenige Menschen und jede Menge Platz, um sich in der Natur auszutoben. In den kanadischen Rocky Mountains, die sich über die Provinzen Alberta und British Columbia erstrecken, erlebt man Wintersport als Europäer wahrlich in einer neuen Dimension. Warten am Lift? Überfüllte Pisten? Schneemangel? Das alles kennt man hier eigentlich nicht. Oft hat man das Gefühl, den ganzen Berg für sich alleine zu haben. Bei jeder Abfahrt stellt man sich erneut die Frage: Soll man ganz gemütlich die breiten Pisten hinuntercarven, oder doch lieber das riesige Areal abseits mit unpräparierten Hängen, Steilrinnen und Waldstücken beim Freeriden erkunden?

Auf zur Skisafari

Absolut im Trend für all jene, die in kurzer Zeit möglichst viel erleben wollen: Die Skisafari. Dabei geht’s mit dem eigenen Guide in die spannendsten Skigebiete in den Rockies. Wir brechen also auf zum sportlichen Schnee-Abenteuer in Kanada, unsere Skisafari beginnt in Calgary, der weltstädtischen Metropole in der Provinz Alberta. Die Stadt mit ihren rund 1,4 Mio. Einwohnern hat sich in den letzten Jahrzehnten prächtig entwickelt, Wolkenkratzer treffen hier auf hippe Boutiquen und Straßencafés. Nach dem Direktflug von Frankfurt erwartet uns am Flughafen von Calgary bereits unser Guide Rudi mit einem herzlichen Grinsen. Der gebürtige Deutsche lebt seit vielen Jahren in Kanada und kennt die Skigebiete der Rockies wie seine Westentasche. Er ist einer der gut drei Dutzend Guides des Stumböck Clubs, dem Pionier und Marktführer in Sachen Skisafaris in Kanada für den deutschsprachigen Markt.

Unberührte Natur

Rudi packt uns in seinen Van und los geht’s in Richtung Natur. Von Calgary sind es mit dem Auto gerade mal eineinhalb Stunden bis zum Banff Nationalpark. Er wurde 1885 gegründet und ist damit nicht nur der älteste Nationalpark Kanadas, sondern auch der drittälteste der Welt. Mit einer Fläche von rund 6.600 km² ist er mehr als eineinhalbmal so groß wie das Burgenland, aber nur ein ganz kleiner Teil ist für die Öffentlichkeit zugänglich, wie etwa die Städtchen Banff und Lake Louise mit ihren Skigebieten. Umgeben sind diese Tourismus-orte von unberührter Natur im wahrsten Sinne des Wortes, die Berge sind wild und unerschlossen wie vor Hunderten von Jahren. Tief in den Wäldern der kanadischen Rocky Mountains liegt übrigens auch der Lebensraum von
Grizzlybären, Wölfen und Rentieren.

Drei Tage – drei Skigebiete

Banff ist der optimale Startpunkt, um die drei Skigebiete des „SkiBig3“ zu erkunden: Banff Sunshine, das Lake Louise Ski Resort und Mount Norquay. Sie alle liegen im Herzen des Nationalparks und bekommen jedes Jahr bis zu zehn Meter vom besonders trockenen und flockigen Schnee ab – dem sogenannten „Champagne Powder“. Das beschert der Region eine besonders lange Skisaison von Mitte November bis Ende Mai. Unser Guide Rudi möchte uns behutsam an das bevorstehende Abenteuer heranführen, daher starten wir erstmal im familienfreundlichen Banff Sunshine. Das höchstgelegene Skigebiet Kanadas reicht auf bis zu 2.700 Meter und erstreckt sich über drei Gipfel. Neben den angenehm breiten Carvingabfahrten finden sich für Könner allerdings auch zahlreiche Double Black Diamond Routen – die schwerste Pistenkategorie in Kanada. Seinen Namen hat Banff Sunshine übrigens aus einem naheliegenden Grund: Hier gibt es im Winter laut Statistik um durchschnittlich 20 % mehr Sonnentage als im Rest von Kanada.

Die Weltcup-Strecke

Mindestens genauso spektakulär ist das Panorama im kleinen, aber überaus feinen Skigebiet von Mount Norquay. Wenn man hier auf den Pisten oder zwischen den Bäumen beim Tree-Skiing unterwegs ist, muss man immer wieder kurz stoppen und die atemberaubende Aussicht wirken lassen. Umgeben von mächtigen Bergketten, in deren Täler undurchdringliche Wälder gebettet sind, kann man die riesigen Dimensionen der Rockies langsam erahnen. Die besten Plätzchen für einen Fotostopp kennt hier natürlich auch unser Guide Rudi. Komplett wird das „SkiBig3“-Erlebnis schließlich am dritten Tag der Skisafari in Lake Louise. Die Weltcupstrecke ist hier ein Muss, aber auf dem 17 km² großen Areal warten noch weitere 145 Pisten auf uns. Das Besondere ist deren Anordnung, denn an fast jedem Lift findet man Pisten aller Schwierigkeitsstufen. Begleitet wird man auch hier stets von einem fantastischen Panorama, denn zwischen den gewaltigen Gipfeln gegenüber liegt der zugefrorene Lake Louise.

Noch mehr Schnee-Abenteuer

Unsere Skisafari führt uns weiter in den Süden, fast bis an die US-Grenze, nach Castle Mountain. Das Resort liegt weit abseits anderer Dörfer, die einzige Straße hierher ist eine Sackgasse und besteht die letzten Kilometer nur aus einer Schotterpiste. Nachdem uns Rudi mit dem Van sicher ans Ziel gebracht hat, erwartet uns eines der bodenständigsten und coolsten Skigebiete. Hier geht es nicht um schickes Aprés Ski, nicht um die modernsten Liftanlagen – es geht um den puren Sport und die wilde Natur. Wer auf der Suche nach jungfräulichen Tiefschneehängen ist, kommt in Castle Mountain voll auf seine Kosten. Beim sogenannten Catskiing geht es mit der umgebauten Pistenraupe hinauf in abgelegene Gebiete, und dann mit dem Guide durch den Tiefschnee wieder hinunter ins Tal. Letzte Station unserer Reise ist schließlich das Fernie Alpine Resort, das knapp hinter der Provinzgrenze bereits in British Columbia liegt. Auch hier findet man alle Zutaten für traumhaftes Skifahren und Snowboarden: Die großen, offenen Abfahrten sind jeden Winter mit durchschnittlich neun Meter Pulverschnee gesegnet. So wie die anderen Resorts hat jedoch auch Fernie seinen ganz eigenen Charakter. Dafür sorgen vor allem die fünf riesigen Bowls, über die sich das Skigebiet erstreckt, die diversen Waldabfahrten und viel offenes Steilgelände. Ausklingen lässt man einen Schneetag hier am besten in Downtown Fernie, wo coole Lokale und kleine Kunstläden für einen besonders hippen Charme sorgen.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem traveller No. 23 | 2018
Autor: Reiseingo

Wichtige Informationy

Pionier und Marktführer in Sachen Skisafaris in Kanada für den deutschsprachigen Markt ist der Stumböck Club. „Im Urlaub soll sich der Gast um nichts kümmern müssen und sich ganz auf sein Vergnügen konzentrieren,“ so der Leitspruch von Peter Stumböck, unter dem er Ende der 1980er Jahre seine ersten Skireisen organisierte. Heute kann aus zahlreichen Varianten gewählt werden.
www.stumboeck.com

Infos zu den Provinzen Alberta und British Columbia findet man unter www.travelalberta.com und www.HelloBC.de. Alles rund um die beschriebenen Skigebiete gibt’s unter www.SkiBig3.com; www.skicastle.ca und www.Skifernie.com
Für die Einreise nach Kanada benötigen österreichische Reisende eine „Electronic Travel Authorization“ (ETA). Diese ist unkompliziert um sieben kanadische Dollar online unter www.canada.ca erhältlich.

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