Basel

Basel

Kunst, Kultur und eine Geschichte, die weit ins Mittelalter zurückreicht – für Basel als Kulturhauptstadt sind das allesamt Schlagwörter, die die Stadt am Rhein wohl am ehesten beschreiben. Doch Basel, und vor allem die Basler, haben soviel mehr zu bieten in einer Stadt, die von Kontrasten nur so sprüht, Gemütlichkeit mit urbanem Lebensstil vermischt und Geschichte mit Moderne verbindet. Besonders im Sommer strahlt die Stadt außergewöhnliche 
Lebensfreude und Energie aus – vielleicht liegt es ja an der pulsierenden Ader, die sich durch die Stadt zieht: dem Rhein …


Mit Wickelfisch ab in den Rhein

Wenn im Sommer die Temperaturen steigen und der Beton die Wärme speichert, tut Abkühlung Not. Der Rhein, der sich quer durch die Stadt schlängelt und über mehrere Brücken, aber auch mithilfe von Fähren zu überqueren ist, ist für die Basler nahes Erholungszentrum und Lebensader zugleich. Sich nach der Arbeit „in die Fluten schmeißen“ und von der Strömung hinuntertragen lassen, gehört längstzu gelebter Alltagsroutine. Wer denkt, im Rhein nur Boote und Fähren zu entdecken, wird sich über die vielen kleinen, bunten Punkte im Wasser wundern. Denn die Basler gehen niemals ohne „Wickelfisch“ ins kühle Nass. Dabei handelt es sich um eine wasserdichte Tasche in Form eines Fisches, die am Schwanzende siebenmal „aufgewickelt“ wird und so den Beutel verschließt. Denn wohin sonst mit Handy, Kleidung und Wertsachen? Am Ufer 
liegen lassen und gegen die Strömung ankämpfen ist definitiv keine Option, also kommen Hab und Gut einfach mit ins Wasser. Meist sind die bunten Schwimmhilfen besser zu erkennen, als ihre Besitzer und die mit Luft gefüllten Beutel bieten beim schnellfließenden Rhein zusätzliche Unterstützung. Aussteigen kann man an vielen Stellen entlang des Ufers, meist sogar mitten in 
der Innenstadt.

Gut gespeist & fein diniert

Nach erfrischender Abkühlung ist ein Spaziergang am Rhein genau das Richtige. Denn Schwimmen macht hungrig – das wissen auch die vielen kleinen und größeren Restaurants und Stände entlang des Flusses, wie z.B. das Le Rhin Bleu, das direkt am Rheinufer über dem Wasser zu schweben scheint. Neben ausgezeichneten Fischspezialitäten bietet das Restaurant auch einen mit 23 CHF für die Schweiz preiswerten Tagesteller, sowie einen grandiosen Ausblick auf den Rhein und die abendliche Stadt. Exklusive Feinschmeckerküche gibt es im Gasthof zum Goldenen Sternen. Von Wassermelonenschaumsüppchen, über regionale Fischspezialitäten, feinste Steaks, aber auch österreichische Klassiker finden Gourmets hier ihr Zuhause. Wer sich die Museen Basels etwas genauer ansehen möchte und auch kein Problem damit hat, in die Außenbezirke der Stadt zu fahren, dem sei auch das Restaurant neben der Fondation Beyeler ans Herz gelegt. Im Museumspark inmitten grüner Bäume und bunter Blumenbeete bietet das Gasthaus einen wunderschönen Außenbereich und lädt zum Entspannen und Verweilen ein.


Definitiv keine Kunstbanausen

Die Fondation Beyeler, das meistbesuchte und schönste Kunstmuseum der Schweiz, eignet sich perfekt für den Start einer Basler Kunstreise. Obwohl das Museum nicht sehr groß ist, empfiehlt sich eine geführte Tour zu buchen, stellt sie doch spannende Hintergrundinformationen zu den meist abstrakten, aber nicht minder interessanten Gemälden zur Verfügung. Besonders die Ausstellung zu Francis Bacon und Alberto Giacometti hat mir sehr gut gefallen. Gerade deren Kunstwerke bieten einigen Interpretationsspielraum und Anregungen, um mit den dortigen Museumsführern ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellung lief bis 2. September 2018, die aktuelle widmet sich bis 1. Jänner 2019 Balthus, gefolgt von Picasso – Blau und Rosa von 

Februar bis Mai 2019.
Etwas schräger und mit mehr Interaktionsmöglichkeiten geht es im Museum Tinguely zu, das mit seinen verrückten Figuren aus allerlei sich bewegenden Gegenständen ein wahres Kuriositätenkabinett bildet. Besonders viel Spaß für Groß und Klein gibt es in der Parallelausstellung „too early to panic“ mit Klang-, Tast-, Seh-, Geruchs und Geschmacksexperimenten, alles verpackt in eine bizarre „Museums-Klinik“. „Ärzte“ unterstützen die Besucher dabei, z. B. Kristalle von Tränenflüssigkeit unter dem Mikroskop zu betrachten oder ein einmaliges Klanggefühl mittels Gong zu entwickeln. Also nicht schüchtern sein und ruhig ausprobieren!
Einen Meilenstein in der Kunstgeschichte Basels stellt das Kunstmuseum Basel dar, in dem die zwei Picasso-Gemälde „Les deux frères“ und „Arlequin assis“ ausgestellt sind, die für jede Menge Aufregung sorgten. 1967 gab es nämlich eine Debatte darüber, ob die beiden Kunstwerke für acht Millionen Euro gekauft werden sollen, um sie in der Stadt zu behalten. Die Basler entschieden sich zugunsten Picassos, dieser schenkte dem Museum zusätzlich noch drei Gemälde und der Ruf Basels als Kulturhauptstadt stand endgültig auf festem Boden.

Wohnen in Fischergalgen

Wer eine Unterkunft der besonderen Art sucht, kann sich in Basel in alte Fischergalgen entlang des Rheins einmieten. Die charmanten kleinen Hütten bestehen zumeist aus einem Zimmer, ohne fließendem Wasser oder Toilette, bieten aber jede Menge romantische Momente zu zweit und die Möglichkeit, endlich einmal „offline“ zu gehen. Strom gibt es nur in Form einer Taschenlampe, Bad und WC sowie Frühstücksmöglichkeiten finden Gäste in der nahegelegenen Jugendherberge Basel.

Information

Mit der ÖBB Sparschiene gelangt man beispielsweise bereits ab 19 Euro (2. Klasse) bzw. 29 Euro (1. Klasse) von Innsbruck nach Zürich. Bereits ab 34 Euro (2. Klasse) bzw. 49 Euro (1. Klasse) sind Luzern und Basel ab Salzburg erreichbar. St. Gallen ist bereits ab 39 Euro (2. Klasse) bzw. 59 Euro (1. Klasse) ab Wien buchbar. Nach Zürich werden im Zwei-Stunden-Takt ab Wien (mit dem modernen Railjet), St. Pölten, Linz und Salzburg sechs Verbindungen und ab Innsbruck bzw. Vorarlberg sieben Verbindungen pro Tag angeboten. ÖBB Nightjets verbinden täglich Wien und Graz mit Zürich. ÖBB Sparschiene Tickets sind im Sitzwagen ab 29 Euro, im Liegewagen ab 49 Euro und im Schlafwagen ab 69 Euro erhältlich.
Im Sommerflugplan 2018 geht es mit SWISS 34-mal wöchentlich von Wien nach Zürich sowie sechsmal wöchentlich von Graz nach Zürich. Basel ist mit dem Zug in einer guten Stunde vom Flughafen Zürich erreichbar.
Basel Tourismus: www.basel.com/; SWISS: www.swiss.com/; ÖBB: www.oebb.at/schweiz/; Swiss Travel System: www.mystsnet.com/; Schweiz Tourismus: www.myswitzerland.com/. Die Basel Card gibt es als persönliche Gästekarte beim Check-In im Hotel. Die freie Nutzung der 
öffentlichen Verkehrsmittel, kostenloses Surfen im Gäste-WLAN sowie 50 % Ermäßigung auf Eintritte in Museen, den Basler Zoo, ins Theater und vieles mehr sind inkludiert.

zurück zur Übersicht