Vom Amazonas bis in die Anden

Vom Amazonas bis in die Anden

Auf einer Reise zu den versteckten Schönheiten Boliviens erlebt man Südamerika von seiner aufregendsten Seite. Im Amazonas-Tiefland angelt man Piranhas, in den tropischen Yungas erlebt man Koka-Anbau hautnah, und auf staubigen Offroad-Pisten kämpft man sich bis ins Anden-Hochland. Auf Einladung von viventura hat der traveller das faszinierende Land erkundet.

Kilometerweit sind die Staubwolken zu sehen, die unser Jeep auf den trockenen Offroad-Pisten aufwirbelt. Bereits seit Stunden sind wir auf kurvenreichen Bergstraßen irgendwo im Hinterland von La Paz unterwegs, kämpfen uns staubige Serpentinen hinauf und wieder hinunter. Gut gelaunt und höchst konzentriert hält unser Fahrer Eduardo den Kurs, während wir in der dramatischen Landschaft aus dem Staunen nicht herauskommen. Steile Abhänge auf der einen, die grünen Koka-Sträucher auf der anderen Seite, und dazwischen immer wieder kleine Bergdörfer mit ihren Bewohnern in traditionellen bolivianischen Gewändern.

Offroad-Abenteuer

Wir sind mittendrin in unserer Abenteuerreise durch Bolivien, die der Südamerika-Spezialist viventura eigens für unsere kleine Gruppe zusammengestellt hat. Eine Spezialreise, die uns in unberührte Natur und zu spektakulären Plätzen weit abseits anderer Touristen führt. So wie hierher, in die wilden Berge zwischen der Großstadt Cochabamba und dem Regierungssitz La Paz. Die asphaltierten Straßen haben wir schnell hinter uns gelassen, Staubpisten sind unser Zuhause auf diesem mehrtägigen Offroad-Trip. Im Konvoi mit drei anderen Jeeps geht’s aus dem fruchtbaren Cochabamba-Tal hinauf ins zentrale Hochland, das sogenannte Altiplano. Unsere Guides haben für die Tour gezielt jene Routen ausgewählt, auf denen sonst nur Einheimische unterwegs sind: Schmale Verbindungsstraßen, die sich an schroffen Felswänden entlangwinden und durch dichte Bergwälder führen. Holprige Pisten, die im kargen Anden-Hochland die entlegenen Dörfer verbinden. Sogar eine ehemalige Zugstrecke, deren Gleise heute von Erde verschüttet und somit von den Jeeps befahrbar sind.

Streitthema Koka

Unser Offroad-Trip führt uns auch in die bolivianischen Yungas. So wird jene geografische Zone bezeichnet, die zwischen dem Hochland der Anden und dem tropischen Tiefland des Amazonas-Regenwaldes liegt. Auf dem fruchtbaren Boden werden nicht nur Kaffee und Zitrusfrüchte angebaut, auch der Koka-Strauch gedeiht hier prächtig. Seit Jahrhunderten schon gehört das Kauen der Koka-Blätter zur Tradition der Andenbevölkerung. Es hilft gegen Hunger, Müdigkeit, Kälte und gegen Höhenkrankheit. Anders als in Bolivien sind aber die Blätter und Samen des Kokastrauches in fast allen Ländern der Welt verboten – weil sie bekanntlich auch zur Drogenproduktion genutzt werden können. Vor allem die USA bekämpfen daher seit Jahrzehnten die Koka-Plantagen in Bolivien, was wiederum die Existenz zehntausender Koka-Bauern in den ohnehin armen Bergregionen gefährdet. Ein ewiges politisches Streitthema also, wie uns unser bolivianischer Fahrer Eduardo erklärt – während er selbst genüsslich seine Kokablätter kaut …

Das Erbe der Spanier

Ebenso tief wie der Kokaanbau in der Geschichte Boliviens verwurzelt, ist die Herrschaft der Spanier, die das Land im 16. Jahrhundert erobert und gnadenlos ausgebeutet haben. Der Zug „Expresso Oriental“ bringt uns zurück in diese bewegte Vergangenheit, genauer gesagt in die ehemaligen Jesuitenmissionen im östlichen Flachland. In Santa Cruz de la Sierra, der größten Stadt Boliviens mit dem internationalen Flughafen, besteigen wir unseren Waggon und tuckern los. Felder, Weiden und dichte Wälder ziehen an uns vorbei, einen halben Tag später erreichen wir schließlich San José de Chiquitos. Es ist eine jener sechs Städte, die Ende des 17. Jahrhunderts von Jesuiten als Missionen gegründet wurden und heute UNESCO-Weltkulturerbe sind. In den Siedlungen haben die Europäer damals die zum Christentum missionierten Ureinwohner aufgenommen, ihnen Handwerksberufe gelernt und sie mit europäischer Kultur vertraut gemacht – unter anderem mit der Barockmusik. So kommt es, dass hier im tiefsten bolivianischen Dschungel noch heute Kinder und Jugendliche in klassischer Musik unterrichtet werden.

Idyllische Städtchen

Geblieben aus der damaligen Zeit sind den ehemaligen Missionen außerdem bis heute ihre großen, idyllischen Plätze im Zentrum sowie die renovierten oder wiedererrichteten Barockkirchen. Jedoch gibt es hier im bolivianischen Tiefland nicht nur Geschichte zu entdecken, sondern auch großartige Trekkingrouten durch die spektakuläre Natur. Abends wird man schließlich belohnt mit den fantastischen „Aguas Calientes“ nahe der Stadt Roboré. Zahlreiche Thermalquellen sorgen hier dafür, dass ein ganzer Flussabschnitt auf einer Länge von mehreren Kilometern auf beinahe 40 Grad aufgeheizt wird. Die Stimmung ist magisch, als wir zur Abenddämmerung am menschenleeren Ufer ankommen. Wir steigen ins heiße Wasser, lassen uns langsam mit dem Flusslauf treiben und lauschen den Papageien, die sich gerade lauthals ihre Schlafplätzchen suchen.

Ab aufs Boot

Unfassbare sechs Millionen Quadratkilometer in neun Ländern Südamerikas bedeckt der Amazonas-Regenwald – eine Fläche, mehr als 70 Mal so groß wie Österreich. Einen kleinen Teil davon hat zum Glück auch Bolivien abbekommen, und genau dorthin führt uns unser Abenteuer-Trip.
Der einzige Weg, den dichten Dschungel hautnah zu erleben, führt übers Wasser. Also besteigen wir in der Provinzhauptstadt Trinidad, die tief im Amazonasbecken liegt, unser schwimmendes Hotel. Mit der wunderbar nostalgischen „Reina de Enin“ schippern wir durch eine der unberührtesten Landschaften des Regenwaldes. Vom Schiff aus kann man die gigantische Artenvielfalt bereits erahnen, wenn man das mannigfaltige tierische Treiben am grünen Ufer beobachtet: Zigtausende verschiedenePflanzen, mehr als eintausend Vogel- und mehr als 400 Säugetier-Arten hat die Wissenschaft im Amazonasgebiet bis heute entdeckt.

Tierischer Amazonas

Damit auch wir der faszinierenden Tierwelt hier draußen besonders nahekommen, geht’s mit den kleinen Beibooten immer wieder raus zu Ausflügen. Mal führt uns ein einheimischer Bauer über sein Grundstück, auf dem wir Kolibris beim Naschen an den Bananenblüten beobachten können, und im Schlamm frische Leoparden-Spuren entdecken. Mal dürfen wir selbst in den Rio Mamoré springen, um gemeinsam mit den Amazonas-Flussdelfinen zu schwimmen. Im selben Wasser übrigens, in dem wir nur ein paar Stunden später Piranhas angeln! Doch unser Guide beruhigt uns: Die hier heimische Piranha-Art gilt nicht als aggressiv.
Als wir nach zwei Nächten schließlich unsere Kabinen räumen und zurück an Land müssen, können wir uns kaum losreißen vom faszinierenden Amazonas.
Doch eines steht ohnehin längst fest: Wir kommen wieder, das Abenteuer Bolivien hat gerade erst begonnen.
Von Gastbruno Daniel Scherz

Information

Zu den deutschsprachigen Pionieren in Sachen authentischer und nachhaltiger Südamerika-Reisen zählt das Team von viventura, schon seit 2001 ist der Anbieter am Markt. Das Besondere an viventura: Alle Reiseexperten haben bereits in Südamerika gelebt oder leben aktuell noch dort. Kein Wunder also, dass sie besonders viele versteckte Highlights kennen und ihren Kunden näherbringen können. Die beschriebene Abenteuerreise durch Bolivien wurde beispielsweise eigens von den viventura-Profis zusammengestellt.
www.viventura.de

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